DLR

Institut für Fahrzeugkonzepte gibt Einblicke in das Auto von morgen

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Um die bei einem Zusammenstoß freigesetzte Energie besser aufzufangen, wurde am DLR-Institut eine komplett neue Art von Crashabsorbern entwickelt und als Patent angemeldet. Diese Komponenten können als Längsträger im Vorderwagen eines Autos eingebaut werden und dort bisherige Strukturlösungen ersetzen.

Neuartiger Crashabsorber nimmt Energie durch Zerspanen auf

Im Fall eines Frontalzusammenstoßes falten sich konventionelle Crashabsorber zusammen. Bei der DLR-Neuentwicklung läuft hingegen ein völlig anderer Verformungsprozess ab: Die Kraft des Aufpralls schiebt zwei Aluminiumrohre mit unterschiedlichen Durchmessern ineinander. Dabei schält das eine Rohr mit Hilfe einer ringförmigen Metallschneide die oberste Schicht des anderen Rohres ab.

Dieser Vorgang – in der Metallbearbeitung Zerspanen genannt – nimmt den Hauptteil der bei einem Aufprall freigesetzten Energie auf. Gleichzeitig läuft der Verformungsprozess kontrollierter ab. So lassen sich Schäden minimieren und die Sicherheit der Insassen erhöhen.

Spezielle Crashanlage für Tests neuer Leichtbauwerkstoffe

Geht es um die Entwicklung innovativer Fahrzeugkonzepte und die Anwendung von Leichtbauwerkstoffen wie CFK, reichen Computersimulationen oft nicht aus, um eine praxisgerechte Analyse der Bauteilbelastung vorzunehmen. Gemeinsam mit dem Prüfspezialisten DSD, Graz, hat das DLR-Institut deshalb eine spezielle Crashanlage entwickelt. Mit ihrer Hilfe können die Ingenieure große Karosserieteile – beispielsweise die Frontstruktur eines Autos – schon dann testen, wenn noch kein vollständiger Prototyp zur Verfügung steht.

Die Anlage besteht aus zwei Schlitten auf einer Schiene. Der erste Schlitten mit einer Masse von maximal 1300 kg kann auf bis zu 64 kg pro Stunde beschleunigt werden. Der zweite Schlitten trägt das zu testende Karosserieteil und ist entweder stationär befestigt oder in Schienenrichtung beweglich.

Damit können die DLR-Forscher auch einen Seitenaufprall korrekt nachstellen, bei dem das Auto bewegt wird. An jedem Schlitten befinden sich moderne Datenerfassungssysteme, um die Beschleunigung, die freigesetzten Kräfte sowie Verformungen zu messen.

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