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Weidmüller Interface entwickelt, vertreibt und stellt Produkte auf dem Gebiet der elektrischen Verbindungstechnik sowie der Elektronik her. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 4600 Mitarbeiter und hat Produktionsstätten sowie Vertriebsgesellschaften in mehr als 80 Ländern. Die Betriebsleitung hat früh erkannt, dass es nicht ausreicht, wenn sich nur die hauptamtlich Verantwortlichen und die Sicherheitsbeauftragten mit der Arbeitssicherheit und Nachhaltigkeit beschäftigen. Diese Aspekte sind heute fester Bestandteil der offiziellen Managementleitlinien und alle Führungskräfte sind in der Pflicht. Ausgangspunkt war die Zertifizierung des Managementsystems nach dem internationalen Standard OHSAS 18001 und der Wunsch, nicht nur die Rechtsvorschriften ordnungsgemäß umzusetzen, sondern einen Schritt weiterzugehen. Stefan Beling hat hierfür ein „50-Punkte-Programm“ entwickelt, um eine Sicherheitskultur zu etablieren. Seit 2007 unterstützt es Führungskräfte praxisnah bei der Umsetzung von Belangen der Arbeitssicherheit, des Gesundheits- und Umweltschutzes.
Alle Mitarbeiter mit Führungsverantwortung müssen durch bestimmte Aktivitäten verbindlich 50 Punkte im Jahr erwerben. Besucht ein Bereichsleiter beispielsweise ein Seminar wie „Gesundheitsgerechtes Führungsverhalten“, gibt es zehn Punkte, oder weist er nach, dass er die vorgeschriebene Zahl der in Erste Hilfe ausgebildeten Mitarbeiter in seinem Bereich einhält, werden ihm fünf Punkte gutgeschrieben. Zusammen mit der Personalabteilung hat Beling einen ganzen Katalog geeigneter Weiterbildungen und anderer Maßnahmen zusammengestellt, aus dem die Führungskräfte einen Teil frei wählen können. Andere Veranstaltungen sind dagegen jährlich verpflichtend. Auch die Anforderung, dass Prävention einfach erfüllbar sein muss, berücksichtigt das Programm: Öffnet eine Führungskraft das Intranet, sieht sie auf einen Blick den eigenen aktuellen Punktestand, wichtige Termine oder erhält eine Warnung, wenn bestimmte Fristen überschritten werden. Die Akzeptanz ist hoch, denn alle Beteiligten schätzen, dass das Programm sie automatisch dabei unterstützt, gesetzliche und interne Vorgaben einzuhalten, die sonst im operativen Geschäft untergehen würden. Eine Stärke des Programms liegt darin, dass alle Einzelmaßnahmen ineinandergreifen. Die Aspekte Sicherheit, Nachhaltigkeit und Qualität sind dadurch selbstverständlicher Bestandteil des Denkens und Handelns geworden.
Eine internationale Studie, unter anderem initiiert von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, beziffert den wirtschaftlichen Nutzen von Präventionsarbeit und belegt, dass Unternehmen von Investitionen in die Arbeitssicherheit profitieren: Die befragten Unternehmen erzielten einen durchschnittlichen „Return on Prevention“ von 2,2, das heißt jeder investierte Euro macht sich durch einen Nutzen in Höhe von 2,2 Euro bezahlt. Auch Stefan Beling kann konkrete Zahlen vorweisen, die der Ansicht widersprechen, Prävention sei nur Zusatzaufwand. In seiner Branche liegt die „1000-Mann-Quote“, also die Zahl meldepflichtiger Arbeitsunfälle je 1000 Arbeitnehmer, bei durchschnittlich 18,9. Weidmüller hat seine Quote auf 7 gesenkt. Wenn man die Kosten eines Ausfalltages nur mit knapp 450 bis 500 Euro ansetzt, ist schon allein das ein Argument, das überzeugen sollte.
Nachlässiges Handeln schadet dem Image des Unternehmens
Ein weiterer Aspekt darf nicht unterschätzt werden: Wenn Unternehmen unverantwortlich oder nachlässig handeln, schadet das nicht nur Menschen, Umwelt und Bilanz, sondern auch erheblich dem Ansehen. Dies hat weitreichende Konsequenzen, denn Mitarbeiter, Bewerber und Kunden haben die Wahl, für wen sie sich entscheiden. Arbeitgeber, die Rahmenbedingungen schaffen, in denen Menschen sicher und gesund tätig sein können, erarbeiten sich ein positives Image. Zufriedene Mitarbeiter sind motiviert, leistungsbereit und empfehlen ihren Arbeitgeber gerne weiter. Und Fachkräfte, aber auch Kunden und Partner bevorzugen Unternehmen mit gutem Ruf, fairen Arbeitsbedingungen und hochwertigen Produkten. Menschen machen Fehler und Zwischenfälle lassen sich nicht völlig vermeiden. Wer aber bestmöglich Vorkehrungen trifft, wird mehrfach belohnt. Insofern sichern engagierte Fachkräfte für Arbeitssicherheit mit Rückendeckung der Geschäftsführung letztlich auch die Zukunft des Unternehmens.
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