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Regelkreis-Dimensionierung mit SAP nicht umsetzbar
Ohne Anpassungsprogrammierung ist ein Sammel-Kanban in SAP nur integrierbar, wenn man zwei SAP-Regelkreise aufbaut: Losfertigungs-Kanban und Umlagerungs-Kanban.
Eine weitere Anforderung an ein optimiertes Kanban-System ist mit SAP jedoch nicht hinreichend umsetzbar: Die Regelkreis-Dimensionierung. Sie ist regelmäßig vorzunehmen, denn Schwankungen in der Kundennachfrage, Veränderungen der Produktionsabläufe und der Produktionsparameter sind immer gegeben. In der Regel erfolgt die Regelkreis-Dimensionierung aber nur über die „klassische“ Kanban-Formel, die auch im SAP-Modul PP zur Anwendung kommt. Diese Parameter sind jedoch nicht hinreichend. Die Dimensionierung der umlaufenden Kanbans und damit die Bestandshöhe hängen bei dieser Formel im Wesentlichen vom Sicherheitsfaktor ab, der jedoch nicht mathematisch-analytisch, sondern nach „Bauchgefühl“ festgelegt wird. Darüber hinaus berücksichtigt die klassische Kanban-Formel nicht alle Stellgrößen, die es zu beachten gilt. Deshalb greift die klassische SAP-Kanban-Formel zu kurz.
Optimale Kanban-Regelkreise werden nur erzielt, wenn weitere Stellgrößen mit einfließen:
- Losgröße des Lieferanten;
- Losgröße/Verbrauchseinheiten des Kunden;
- Verbrauchsverhalten des Artikels;
- Ausschussfaktoren;
- Liefertreue;
- Kapazitätssituation/Flexibilität/Vorlaufzeit sowie die zukünftig zu erwartenden Verbräuche.
Aus diesem Grund wird bei Chiron die Kanban-Dimensionierung von Abels & Kemmner eingesetzt. Aus den SAP-Verbrauchs- oder SAP-SOP-Daten entnimmt sich die Kanban-Dimensionierung die Bedarfe der Werkzeugarme und ermittelt daraus über die Stücklistenauflösung die Bedarfe für alle Kanban-gesteuerten Komponenten. Diese Werte bilden die Grundlage für die Dimensionierung, weil aus ihnen für jede Komponente der Grund- und Sicherheitsbestand in Abhängigkeit des Verbrauchsverhaltens (XYZ-Komponenten) ermittelt wird.
Über die definierten Parameter jeder einzelnen Komponente und einen Simulationszeitraum von fünf Jahren wird nun getestet, welche Anzahl Kanbans in das System eingesteuert werden müssen. Dabei wird der Sicherheitsbestand laufend überwacht, ob er ausreicht, damit das System nicht leer läuft, beziehungsweise ob keine überflüssigen Kanban-Behälter im System zirkulieren. Zur Beurteilung des Systems werden den Mitarbeitern unter anderem folgende Ergebnisse zur Verfügung gestellt:
- Anzahl notwendiger Kanbans sowie Differenz zur aktuellen Situation;
- maximale Anzahl Kanban-Behälter im Lagerbereich;
- Minimal-, Durchschnitts- und Maximallagerbestand;
- Grund- und Sicherheitsbestand auf Basis der WBZ;
- Kalkulation der durchschnittlichen monatlichen Rüstvorgänge.
Die Dimensionierung kann nun durch Veränderung der Parameter mehrmals wiederholt werden. Damit lassen sich Verbesserungen bei Beständen und Rüstvorgängen gegen Änderungen der Parameter abwägen.
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