Eigener Herr Deutschlands Gründerzahl hat kräftig zugelegt

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Die Gründungstätigkeit in Deutschland hat im vergangenen Jahr einen Schub erhalten, wie der KFW-Gründungsmonitor zeigt ...

Die KFW hat mal wieder analysiert, was die Gründungen in Deutschland so machen. Und so sieht die Sachlage bei jenen aus, die ab 2025 lieber selbstständig sein wollten, oder das zumindest im Nebenjob bevorzugten ...(Bild:  C. Kellergerst)
Die KFW hat mal wieder analysiert, was die Gründungen in Deutschland so machen. Und so sieht die Sachlage bei jenen aus, die ab 2025 lieber selbstständig sein wollten, oder das zumindest im Nebenjob bevorzugten ...
(Bild: C. Kellergerst)

Deutschlands Gründungsintensität hat sich laut KFW-Analyse von 115 auf 136 Existenzgründungen pro 10.000 Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren erhöht. Umgerechnet auf die Bevölkerung in diesem Altersbereich, entspreche das rund 690.000 Gründern, nach 585.000 im Jahr 2024. Diese positive Entwicklung sei demnach aber auch maßgeblich durch Nebenerwerbsgründungen getrieben. Deren Intensität ist im Vorjahresvergleich von 75 auf 95 pro 10.000 Personen gestiegen, heißt es weiter. Das entspreche umgerechnet rund 483.000 Nebenerwerbsgründungen im Jahr 2025, nach 382.000 im Jahr davor. Dagegen hat sich die Gründungsintensität im Vollerwerb mit 41 pro 10.000 Personen im dritten Jahr in Folge kaum verändert. Umgerechnet bedeute die Zahl rund 206.000 Vollerwerbsgründungen im letzten Jahr. Durch die unterschiedliche Entwicklung sei der Anteil von Nebenerwerbsgründungen an der Gründungstätigkeit im vergangenen Jahr auf bisher unerreichte 70 Prozent gestiegen.

Gründungen zielen auf zusätzliches Einkommen ab

Das sind übrigens die Ergebnisse einer Vorabauswertung des KFW-Gründungsmonitors. Dieser ist eine repräsentative Bevölkerungsbefragung. Im Jahr 2025 wurden dafür etwa 30.000 Telefoninterviews sowie zusätzlich 20.000 Online-Interviews geführt. Der Begriff Gründer ist allerdings auch breit definiert: Dazu zählen Menschen, die sich im Voll- oder Nebenerwerb, freiberuflich oder gewerblich, per Neugründung, Beteiligung oder Übernahme selbstständig gemacht haben. Der Hauptgrund für die Befragten, warum sie eine selbstständige Tätigkeit im Nebenerwerb zu beginnen, ist es demnach, zusätzliches Einkommen zu erhalten. Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KFW, führt das auf die gestiegenen Lebenshaltungskosten zurück: „Der Zugang zum Arbeitsmarkt ist schwieriger geworden, auch kleine Nebenjobs sind nicht mehr leicht zu finden. Die Selbstständigkeit kann hier eine Alternative für einen Zuverdienst sein.“

Über eine halbe Million KMU sind auf Nachfolgesuche

Zwei Drittel der Gründer in Deutschland präferieren die Selbstständigkeit grundsätzlich mit Blick auf eine Anstellung. Bei Nebenerwerbsgründungen seien es anteilig zwar weniger als im Vollerwerb, doch immer noch die klare Mehrheit. Und 2025 waren das sogar mehr als im Vorjahr. Von den Existenzgründungen hatten im vergangenen Jahr 24 Prozent Beschäftigte. Sologründungen durch nur eine Person dominierten aber mit 86 Prozent im Vergleich zu Team-Gründungen. Gegründet wurde größtenteils neu. Die Unternehmen wurden also rechtlich und organisatorisch erstmalig aufgesetzt. Nur zehn Prozent waren Existenzgründungen durch Übernahme. Nach Ansicht von Schumacher braucht Deutschland aber auch junge innovative Unternehmen, damit die unternehmerische Landschaft stabil bleiben kann. Nicht zuletzt suchen und suchten etwa 545.000 mittelständische Unternehmen bis Ende 2029 eine Nachfolge. Für den Wirtschaftsstandort Deutschland wäre es unglaublich wichtig, dass sich mehr Menschen für die Übernahme eines bestehenden Unternehmens begeistern, wie Schumacher abschließend anmerkt.

(ID:50807473)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung