KI-Trends 2026
KI als Taktgeber des modernen Fertigungsbetriebs

Ein Gastbeitrag von Stefan Bergstein, Chief Architect Manufacturing, Red Hat und Max Murakami, AI Platform Specialist Solution Architect, Red Hat 5 min Lesedauer

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Mit dem Ende der Experimentierphase bei KI rücken nun strategische Fragen in den Mittelpunkt. In der Fertigungsbranche zeichnen sich dabei Entwicklungen ab, die industrielle Prozesse vereinfachen.

KI gewinnt 2026 in der Fertigung an Bedeutung.(Bild: ©  miss irine - stock.adobe.com / KI-generiert)
KI gewinnt 2026 in der Fertigung an Bedeutung.
(Bild: © miss irine - stock.adobe.com / KI-generiert)

Viele Unternehmen haben die Phase der reinen Pilotprojekte hinter sich gelassen und KI in den Mittelpunkt der operativen Wertschöpfung gerückt. Die Aufgabe lautet dabei, KI verlässlich in den Betrieb zu überführen. Hierbei müssen Stabilität, Skalierbarkeit, Kostenkontrolle und messbare Effekte auf OEE (Overall Equipment Effectiveness), Durchsatz und Qualität gewährleistet sein. Infolgedessen werden KI-Projekte auch zunehmend wie klassische Automatisierungs- oder MES (Manufacturing Execution System)-Projekte aufgesetzt – mit klaren Rollen, Governance-Strukturen und definierten Lebenszyklen für Daten und Modelle.

vLLM als „Linux-Schicht“ der KI-Infrastruktur

Ein Hindernis bei der KI-Nutzung waren bis dato vor allem die Abhängigkeiten von Hardware-Anbietern und die hohen Kosten. Abhilfe schafft hier eine Software-Abstraktionsebene, die KI-Inferenz von der konkreten Hardware entkoppelt. Ein prominentes Beispiel dafür ist das Open-Source-Projekt vLLM, das sich zu einer einheitlichen Inferenzschicht für unterschiedliche Large- und Small-Language-Modelle entwickelt hat. Die Analogie zu Linux liegt nahe: Wie Linux einst proprietäre Unix-Stacks ablöste und eine offene, hardwareübergreifende Server-Infrastruktur etablierte, bildet vLLM heute eine Zwischenschicht, über die Modelle verschiedener Anbieter auf GPUs, TPUs und anderen Beschleunigern lauffähig werden.