Kunststoffe Kieselsäure lässt Fische wieder durchatmen

Redakteur: Peter Königsreuther

Polyolefine wurden bisher von Kosmetikherstellern in Form von Mikropartikeln in Peelings eingesetzt. Diese feinen Teilchen gelangen über Abwässer aber auch ins Meer und stehen unter Verdacht dort den Meerestieren zu schaden, weil sie sich etwa in Kiemen anreichern sollen. Evonik bietet jetzt umweltfreundlichen Ersatz durch Spezialkieselsäure.

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Schön sein, ohne schlechtes Gewissen: Evonik hat eine umweltfreundliche Alternative für Mikropartikel aus Kunststoff gefunden, die als Peeling in kosmetischen Artikeln verwendet werden kann.
Schön sein, ohne schlechtes Gewissen: Evonik hat eine umweltfreundliche Alternative für Mikropartikel aus Kunststoff gefunden, die als Peeling in kosmetischen Artikeln verwendet werden kann.
(Bild: Evonik)

Evonik Industries aus Essen bringt jetzt zwei neue Produkte, die als Ersatz für Mikrokunststoff in Peelings verwendet werden können, auf den Markt: die Spezialkieselsäuren Sipernat 2200 PC und 22 PC – beide sind eingetragene Markenzeichen. Einige namhafte internationale Kosmetikfirmen verwenden die neuen Produkte der Spezialkieselsäure bereits in Duschgelen sowie in Gesichts- und Körperpeelingprodukten, nachdem Evonik Ende 2013 erste Muster bereitgestellt hatte, wie es weiter heißt.

Naturidentische Alternative aus dem Labor

Sipernat 2200 PC und Sipernat 22 PC sind bei der International Natural and Organic Cosmetics Association, einem weltweit tätigen Verband, der sich für die Förderung der natürlichen Hautpflege einsetzt, als naturidentisch gelistet. Das heißt: Die Substanz (hier Kieselsäure beziehungsweise SiO2) gibt es bereits in der Natur, selten aber in der geforderten Reinheit. Kosmetische Erzeugnisse haben hohe Reinheitsanforderungen. Chemisch ist die synthetisch amorphe Kieselsäure identisch mit den in der Natur vorkommenden Kieselsäuren. Aufgrund des technischen Produktionsverfahrens bei Evonik sei die synthetisch amorphe Kieselsäure jedoch von wesentlich größerer Reinheit als die natürlichen Kieselsäuren. Bisher wurden für Peelings in Kosmetika oft mikroskopisch kleine Polyethylen- und Polypropylenpartikel verwendet.

Führende Kosmetikhersteller suchen schon lange Ersatz

„Derzeit arbeiten alle führenden Kosmetik- und Körperpflegemittelhersteller weltweit daran, die abrasiv wirkenden Mikrokunststoffpartikel zu ersetzen“, erklärt Andreas Fischer, Leiter des Geschäftsgebiets Silica im Segment Ressource Efficiency von Evonik. Hintergrund ist die öffentliche Diskussion um eine Verunreinigung der Weltmeere mit Mikroplastik. Neben dem Hauptverursacher Plastikmüll werden hier auch Kunststoffpartikel in Kosmetik thematisiert. Fischer sagt:„Die Spezialkieselsäure Sipernat ist hier eine ideale Lösung, weil Vergleich zu anderen Ersatzstoffen für Polyethylen ist die Spezialkieselsäure Sipernat auch eine ökonomische Alternative.

Leicht dispergierbare Kieselsäure

Die Herstellung im industriellen Maßstab sichert die weltweite und wirtschaftliche Verfügbarkeit. Die jahrzehntelangen Erfahrungen von Evonik mit der Produktion und den Prozessen sind für Kunden ebenso von Vorteil wie die spezifischen Eigenschaften von Sipernat, das sich gut und schnell in die jeweiligen Anwendungen einarbeiten lässt.

Zwei Varianten machen Körperpflege umweltfreundlicher

Evonik bietet Kosmetikherstellern zwei verschiedene Varianten: Sipernat 2200 PC verfügt über circa 320 μm große Reinigungspartikel, bei Sipernat 22 PC sind es etwa 120 μm. Beide Produkte besitzen darüber hinaus eine Mikroschwammstruktur. Durch diese Struktur gibt es neben der reinigenden Funktion einen weiteren großen Vorteil: wie ein Schwamm saugt die Kieselsäure flüssige Wirk- und Duftstoffe auf. Als Pulver lassen sich die Inhaltsstoffe leicht in die jeweilige Formulierung einarbeiten, in der sie später ihre Wirkung entfalten MM

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