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Um den Erfolg dieser Anlagen in der Schwerzerspanung erklären zu können, ist der Blick auf die Grundkonstruktion der Baureihe besonders wichtig. Die Spindel mit Werkstück hängt vertikal über dem Werkzeug, dadurch fallen die Späne direkt in ein Fördersystem und werden abtransportiert. Ein Wärmeeintrag der Späne in das Werkstück wird auf dieser Weise genauso vermieden wie etwaige Schwierigkeiten mit einer verschmutzten Arbeitsspindel. Gerade bei einem mannarmen und automatisierten Schwerzerspanungsprozess ist dieses Prinzip ein großer Vorteil.
Zwischen den Operationen kontrolliert ein Messtaster die Werkstücke
Ein weiterer Erfolgsfaktor in der Schwerzerspanung ist die Qualitätskontrolle. Bereits die Beschaffung der Rohteile ist mit erheblichen Investitionen verbunden. Fehler im Produktionsprozess sind folglich gleichbedeutend mit besonders hohen, unnötigen Kosten. Die Konstrukteure der VLC-Baureihe haben diese Aufgabenstellung mit einer Detaillösung beantwortet: Ein Messtaster vermisst und kontrolliert die Werkstücke auch zwischen den Bearbeitungsoperationen. Seine Messgenauigkeit beträgt 2 µm.
Welche Vorteile sich für Anwender in unterschiedlichen Branchen ergeben, zeigen die zwei folgenden Beispiele:
- Bei der Herstellung von Komponenten, die für den Antrieb der Kanzel einer Windkraftanlage benötigt werden, setzt ein Hersteller die VLC 500 von Emag ein. Die Losgrößen liegen bei rund 120 Bauteilen pro Woche. Für die Produktion der sechs verschiedenen Komponenten kommen bis zu 48 verschiedene Werkzeuge zum Einsatz. Diese Zahlen zeigen bereits die hohe Flexibilität, die von der Anlage sichergestellt wird. Ohne aufwendige Umbauten werden auf einem Produktionszentrum völlig unterschiedliche Bauteile schwerzerspant. Zugleich kann die im Windkraftanlagenbau benötigte Bauteilqualität mit der VLC-Anlage sichergestellt werden.
- 3 t Gewicht inklusive Spannmittel muss die Spindelnase einer VLC 1200 tragen, die bei der Komplettbearbeitung von Eisenbahnrädern und -bremsscheiben zum Einsatz kommt. Ein Kettenmagazin mit 36 Werkzeugen steht dafür zur Verfügung. Hohe Vorschubkräfte in der X- und Z-Achse der Werkstückspindel sowie ein maximales Drehmoment von 13.000 Nm sorgen für kurze Durchlaufzeiten. Mit diesen hohen Antriebskräften, der integrierten Pick-up-Automation und der intelligenten Kombination verschiedener Anwendungen in einer Aufspannung konnte die Durchlaufzeit für ein Los im Vergleich zu den vorher eingesetzten Prozessen um bis zu 80% reduziert werden.
Der Rüstaufwand reduziert sich durch weniger Maschinen erheblich
Auch bei der Produktion von Komponenten für Baumaschinen, Lkw oder Landmaschinen zeigen sich die Vorteile des multifunktionalen Konzeptes, das sich an vielen Stellen im Produktionsprozess auswirkt. Beispielsweise reduziert sich im Vergleich zur klassichen Werkstattfertigung mit drei oder vier Maschinen der Rüstaufwand erheblich. Es ist ein großer Unterschied, ob für die Bearbeitung von nur zehn Bauteilen drei Maschinen gerüstet werden müssen oder nur noch eine.
Ganz entscheidend für den Erfolg der VLC-Baureihe ist ihre modulare Bauweise. Jede Anlage wird auf die speziellen Produktionsanforderungen beim Anwender hin konfiguriert. Die Möglichkeiten sind groß: ein oder zwei eingebaute Werkzeugrevolver, die Integration von Schleif- und Hartbearbeitungsprozessen oder die unterschiedliche Leistungsfähigkeit der Komponenten von VLC 500, 800 und 1200.
* Markus Woitsch ist Business Unit Manager Application Engineering bei der Emag Salach Maschinenfabrik GmbH, 73084 Salach
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