Weg von chemischen Bioziden
Kühlwasserbehandlung über Mikrobiologie statt Gefahrstoffe

Ein Gastbeitrag von Jens Gieseler 4 min Lesedauer

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Blue Activity bietet eine natürliche Reinigung durch Mikroorganismen und Additiven mit Biopolymeren für die industrielle Kühlwasserbehandlung von offenen Rückkühlwerken. Bisher werden in Kühltürmen chemische Biozide eingesetzt, die die Umwelt belasten. Der Förder-Versteher PFIF unterstützt das Startup, dessen Lösung zudem den Wasserverbrauch senkt.

Aus offenen Kühlwassersystem können gesundheitsgefährdende Legionellen in die Umwelt gelangen. Bisher werden Desinfektionsmittel eingesetzt, um das zu verhindern. Das CleanTech Blue Activity hat eine umweltfreundliche Alternative entwickelt, die zudem bis zu 38 Prozent Wasser und bis zu 29 Prozent Kosten sparen kann. (Bild:  iStock)
Aus offenen Kühlwassersystem können gesundheitsgefährdende Legionellen in die Umwelt gelangen. Bisher werden Desinfektionsmittel eingesetzt, um das zu verhindern. Das CleanTech Blue Activity hat eine umweltfreundliche Alternative entwickelt, die zudem bis zu 38 Prozent Wasser und bis zu 29 Prozent Kosten sparen kann.
(Bild: iStock)

Man sieht sie schon von Weitem. Mit 200 Metern steht der höchste Kühlturm in Niederaußem, westlich von Köln. Sie werden – auch in wesentlich kleinerer Form – überall da benötigt, wo energieintensive Branchen wie die Chemie-, Stahl- oder Energieindustrie Wasser zur Kühlung einsetzen. Laut Destatis nutzt die Industrie 85 Prozent ihres Wasserbedarfs für Kühlung. Es gibt keine verlässlichen Zahlen, doch Experten schätzen, dass es in Deutschland rund 35.000 Kühltürme gibt. Davon basieren etwa 80 Prozent auf der sogenannten Nass-Kühlung, die als effizienteste Methode gilt.

Das Problem: Aufgrund der warmen Feuchtigkeit bilden sich im Turm Legionellen und andersartige Mikrobiologie, die einerseits die Einbauten von Kühltürmen angreifen und andererseits zu gesundheitlichen Problemen in der Umgebung führen können. Denn Biofilmablagerungen sind ein grandioser Nährboden unter anderem für Legionellen – etliche Krankheitsfälle gab es Anfang der 10er Jahren in Ulm, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Warstein und Jülich. Teilweise musste sogar die Produktion wochenlang stillgelegt werden.