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Ein weiterer Vorteil der kundenspezifischen Lösungen liegt in den hohen Qualitätsansprüchen an die gesamte Control-Panel-Familie. Denn die individuellen Geräte werden nicht abseits der Standardlinie produziert, sondern sind in den Fertigungsprozess der Standardprodukte integriert. Dementsprechend gelten für alle Produktgruppen – ob Standard oder kundenspezifisch – die gleichen hohen Testanforderungen bei gleichen Labortestbedingungen. Eingeschlossen sind dabei auch neue, nach den Kundenvorgaben zu verbauende Komponenten: Diese werden ausgiebig bezüglich EMV, Wärmebelastbarkeit, Schock und Vibration geprüft und so auf ihre Eignung hin bewertet.
Ein zusätzliches Qualitätsmerkmal ist das tief gehende Hardware-Know-how, das im Falle der Industrie-PC-Produkte sogar bis hin zu Entwicklung, Design und Bestückung der Mainboards im eigenen Hause reicht.
1,20 m breites Einbau-Control-Panel war eine technische Herausforderung
So unterschiedlich die Praxisanforderungen sind, so umfassend ist auch der Erfahrungsschatz der Experten von Beckhoff. Schließlich liegt gerade in dieser Vielfalt der Vorteil kundenspezifischer Bedienlösungen. So wurde für einen Maschinenbauer ein 1,20 m breites Einbau-Control-Panel realisiert – technisch sicherlich eine Herausforderung, aber längst noch nicht die Grenze des Machbaren.
Immerhin könnten die Gehäuse bei Bedarf sogar aus bis zu 4 m langen Aluminiumblöcken gefräst werden. Ein weiteres gutes Beispiel ist der nachträgliche Einbau eines RFID-Lesers: Der Anwender kann direkt vor Ort das Gerät oder einen entsprechenden Schacht öffnen und Module wie den – in der Regel sehr teuren – RFID-Leser flexibel und einfach nachrüsten, wenn dieser in der Applikation wirklich erforderlich ist. Große Herausforderungen stellen häufig auch die aggressiven Umgebungsbedingungen dar. So mussten Bediengeräte beispielsweise extrem robust konstruiert werden, um unter diesen Bedingungen zuverlässig zu funktionieren.
Eine Besonderheit im Detail sind Oberflächen an Edelstahlbediengeräten. In diesem Fall hat Beckhoff auch die mechanische Oberflächenbearbeitung übernommen und nicht den üblichen Standardlängsschliff, sondern einen spezifischen wolkigen Schliff als Anpassung an Schaltschrank und Maschinenbett des Endkunden umgesetzt.
Ein komplettes Edelstahl-stand-alone-Gerät im „Hygienic Design“ wurde hingegen für eine Lebensmittelverpackungsanlage entwickelt, die Wurstenden mit Metallringen verschließt. Aus dieser Anforderung heraus entstanden zwei vollständige Standard-Edelstahlserien, die den strengen Hygienevorschriften in der Lebensmittel-, Verpackungs- und Medizintechnik sowie in Reinräumen entsprechen (Panel-PC CP77xx und Control Panels CP79xx).
Mit den neuen Multitouch-Panel-Serien CP2xxx und CP3xxx vergrößern sich die Anwendungsmöglichkeiten und der Bedienkomfort zusätzlich. Dies wirkt sich auch auf den Bereich der kundenspezifischen Lösungen aus. Einerseits finden sich die technischen Fortschritte in den Display- beziehungsweise Touchanforderungen wieder, andererseits sind die neuen Geräte ebenfalls an die verschiedenen Maschinenapplikationen anzupassen.
Hohe Touchpunktdichte ermöglicht eine exakte und sichere Bedienung
So haben derzeit bereits einige Großkunden von der bisherigen resistiven Touchtechnologie auf die bei den Multitouchgeräten genutzte robustere Projective-Capacitive-Touchscreen-(PCT-)Technologie umgestellt.
Deren hohe Touchpunktdichte ermöglicht eine exakte und sichere Bedienung mit kurzen Reaktionszeiten sowie dank des Beckhoff-eigenen Touchcontrollers eine individuell programmierbare Empfindlichkeit der Touchoberfläche, die sich somit bei Bedarf auch mit dünnen Arbeitshandschuhen (aus Latex) bedienen lässt.
Trotz aller Möglichkeiten der Multitouchbedienung werden die Geräte allerdings keineswegs nur über die Visualisierungssoftware angepasst. Viele Panels sind mit PTC und einer ergänzenden kundenspezifischen Tastererweiterung ausgestattet. Die Erfahrungen zeigen, dass in diesen Fällen eine Folientastatur um den Displayrand herum zwar kaum mehr erwünscht ist, nach wie vor aber das kundenspezifische Bedrucken der PTC-Glasscheibe und eben die zusätzlichen elektromechanischen Taster erforderlich sind.
Als besonders wichtig erweisen sich solche Tastererweiterungen, zum Beispiel nach unten oder zur Seite des Displays hin, wenn dadurch bei einer bestehenden Maschine das bisherige resistive Touchpanel einfach und ohne großen Aufwand – quasi 1:1 – durch ein modernes Multitouchgerät ersetzt werden kann. MM
* Klaus Niewöhner ist Produktmanager Industrie-PC bei der Beckhoff Automation GmbH in 33415 Verl
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