Polyurethane Kunststoffe bringen Treffsicherheit in die Fußball-EM 2012

Redakteur: Kirsten Nähle

Bei der Fußball-Europameisterschaft diesen Sommer bringt der Tango 12 Rhythmus ins Spiel – ein moderner Kunststoffball: schnell, robust, präzise. Das Modell von Adidas rollt in neuem Design über den Rasen und basiert auf Werkstoffen von Bayer Materialscience. Die Hülle besteht aus fünf Schichten von insgesamt 1,1 mm Dicke, die den EM-Ball widerstandsfähig und treffsicher machen sollen.

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Vom Leder- zum Kunststoffball: Werkstoffe verbessern die Eigenschaften für eine schnellere Beschleunigung und bessere Kontrolle des Balls.
Vom Leder- zum Kunststoffball: Werkstoffe verbessern die Eigenschaften für eine schnellere Beschleunigung und bessere Kontrolle des Balls.
(Bild: Bayer Materialscience)

Die Oberflächen-Textur des offiziellen EM-Balls fühlt sich wie Jeansstoff an. Der Ball lässt sich dadurch besser führen. Von dieser Neuerung sind die Spieler angetan: „Mir gefällt die neue Struktur sehr gut, weil sie eine gute Griffigkeit bewirkt“, sagt Johan Elmander, Spieler in der schwedischen Nationalmannschaft. „Auch hat das Modell ein optimales Gewicht, deshalb fällt es leicht, den Ball zu kontrollieren.“

Einen optimalen Kontakt zum Fuß bekommt der Tango 12 laut Bayer Materialscience durch die mittlere Schicht – einen Schaum aus Impranil, der aus Millionen mit Gas gefüllten Mikrokügelchen besteht. Die oberen Schichten sorgen dafür, dass der Schaum vor äußeren Einflüssen geschützt ist – so sieht der Ball auch länger aus wie neu.

Ball wurde ein Jahr lang in acht Ländern getestet

Zudem erhalte der Ball dank eines weiteren Spezialwerkstoffs von Bayer Materialscience eine patentierte Thermo-Klebeschicht, die ihn praktisch wasserundurchlässig mache. „Selbst bei starkem Regen steigt sein Gewicht höchstens um 0,1 %. Für die Spieler bedeutet das, sie können den Ball besser kontrollieren“, sagt Thomas Michaelis, Projektleiter für die Ballentwicklung bei Bayer Materialscience.

In umfangreichen Tests überzeugte das Modell nicht nur im Labor, sondern auch Profi- und Amateurspieler. Ein Jahr lang liefen die Prüfverfahren in acht Ländern. „Nie zuvor wurde ein Fußball derart intensiven Tests unterzogen“, sagt Michaelis.

So modern das Innenleben ist, so traditionsreich sind Namensgebung und Design. Bei der Weltmeisterschaft 1978 in Argentinien feierte der Tango-Ball seine Premiere. In den 80er Jahren sorgten Nachfolge-Modelle für viele Tore in Meisterschaften.

Matte Bälle liegen im Trend

Der neue Ball basiert auf dem klassischen schwarz-weißen Design, setzt mit der Farbgebung allerdings aktuelle Akzente. In den Dreiecken sind die Landesfarben der EM-Gastgeberländer verewigt: rot-weiß für Polen, gelb-blau für die Ukraine. Eine weitere Besonderheit: Anders als bei den Vorgängern glänzt die Oberfläche nicht – matte Bälle liegen im Trend.

Tango 12 kommt nicht nur bei der Europameisterschaft zum Einsatz. Der Ball wird auch in der Deutschen Bundesliga, der Champions League, der Major League Soccer in den USA oder der Argentinischen Bundesliga verwendet. Das Design wird den verschiedenen Ereignissen angepasst; Aufbau und Eigenschaften bleiben jedoch gleich.

Die Zusammenarbeit wollen Bayer Materialscience und Adidas fortsetzen. Zurzeit arbeiten beide Unternehmen wieder an einer Weiterentwicklung.

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