Fräsen Leichtgewichtsfräsrad zur Kurbelwellenbearbeitung macht Hebezeuge überflüssig
Ein rascher Wechsel von Werkzeugen mit Kassettenausführung – und das ohne Kran: Das war bisher bei der Fräsbearbeitung von Kurbelwellen nur Wunschdenken. Ceratizit hat daraus mit seinem sehr leichten Fräsrad Wirklichkeit werden lassen, so das Unternehmen. Die Innovation entstand in Zusammenarbeit mit der Gebr. Heller Maschinenfabrik und wurde auf der EMO 2011 mit dem MM-Award ausgezeichnet.
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Meist dauert bei der Kurbelwellenbearbeitung der Werkzeugwechsel an sich zwar nicht lange, doch auch dort gibt es Optimierungspotenzial. Zudem ist für den Wechsel des rund 80 kg schweren Fräsrades bislang ein Kran nötig, der Kosten verursacht und zusätzlichen Platz beansprucht, wird die aktuelle Situation beschrieben.
Daher war schnell klar: Das Fräsrad muss leicht, einfach zu handhaben und dabei eigensteif ausgelegt sein, um die Wiederholgenauigkeit und Performance bei der Zerspanung nicht zu verlieren. So entwickelte Ceratizit zusammen mit dem Maschinenhersteller ein neues Werkzeugsystem zur Kurbelwellenbearbeitung, das sich durch einen leichten Schneidring, austauschbare Kassetten und eine sehr kompakte Greifeinheit auszeichnet.
Für Wendeplattenwechsel keine zusätzlichen Hebezeuge nötig
Der Schneidring ist innen mit einer maßgeschneiderten Anzahl an Kassetten bestückt und so komplett in den Grundträger montiert. Die Kassettenausführung erlaubt es dem Anwender, beim Verschleiß des Plattensitzes nur die betroffene Kassette zu ersetzen und nicht mehr den gesamten Schneidring, betont der Werkzeughersteller.
Entsprechend brauche zukünftig für den Wendeplattenwechsel nur der Schneidring inklusive der Kassetten aus der Maschine genommen zu werden. Dank des geringen Gewichts von weniger als 15 kg inklusive Greifeinheit seien keine zusätzlichen Hebezeuge nötig. Patrick Zobl, Produktmanager bei Ceratizit, ist sich sicher: „Jeder Maschinenbediener ist nun in der Lage, mit der kompakten Greifeinheit den Werkzeugwechsel schnell auszuführen.“ Dadurch reduzierten sich die Nebenzeiten für den Werkzeugwechsel. „Durch diese Vorteile wird das Heller-Innenfräsen nun noch effektiver“, erklärt Wolfgang Märker, Bereichsleiter Kurbelwelle bei Heller.
Als große Herausforderung sahen die Entwickler zunächst die Erhaltung der konstanten Werkzeugstabilität. Als Lösung erwies sich das X-Lock-Spannsystem, das die Kassettenausführung erst möglich macht. Es halte enge Toleranzen ein und lasse sich komfortabel und genau positionieren.
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