Zulieferer So will sich Leoni jetzt sanieren

Von Sven Prawitz 1 min Lesedauer

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Leoni konnte sich mit wichtigen Gläubigern und dem neuen Investor auf ein Sanierungskonzept einigen. Umsetzen soll es ein neuer Geschäftsführer.

Für Leoni geht es weiter. Es gibt ein neues Sanierungskonzept.(Bild:  Leoni)
Für Leoni geht es weiter. Es gibt ein neues Sanierungskonzept.
(Bild: Leoni)

Die Mehrheit der Finanzgläubiger und Stefan Pierer als Investor haben sich auf ein finanzielles Sanierungskonzept für den Zulieferer Leoni geeinigt. Vergangene Woche hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass es einen neuen Kapitalgeber gibt, der allerdings Leoni von der Börse nehmen möchte. Außerdem präsentierte das Unternehmen mit Klaus Rinnerberger einen neuen Geschäftsführer.

Das vereinbarte Konzept sieht erhebliche Sanierungsbeiträge von Fremd- und Eigenkapitalgebern vor. Die Gläubiger sollen auf die Hälfte ihrer Forderungen verzichten. Ferner ist ein Kapitalschnitt geplant, der das Grundkapital auf null Euro herab setzt (mit daraus folgendem Delisting bei der Börse). Anschließend soll das Barkapital um 150 Millionen Euro erhöht werden, indem neue Aktien allein an eine von Stefan Pierer neu zu gründenden Gesellschaft gegeben werden.

Schulden werden halbiert

Diese Maßnahmen sollen die Schulden etwa halbieren – um 700 Millionen Euro gegenüber Banken und Schuldscheingläubigern. Betroffen ist ausschließlich die Leoni AG, nicht aber ihre Tochtergesellschaften, deren Lieferanten, Kunden und Mitarbeitende.

Leoni habe bereits begonnen, das Sanierungskonzept unter Anwendung des Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetzes umzusetzen. Die betroffenen Finanzgläubiger und die Aktionäre sollen zeitnah zu einem Erörterungs- und Abstimmungstermin eingeladen werden, teilt der Zulieferer mit. Die erforderlichen Mehrheiten seien bereits gesichert, um das Sanierungskonzept in den nächsten Monaten umzusetzen. Es soll bis Sommer 2023 umgesetzt sein.

„Wir sind mit unserer starken Marktposition insbesondere in Europa systemrelevant für die Industrie“, sagt Hans-Joachim Ziems, Chief Restructuring Officer (CRO). „Fakt ist aber auch, dass wir unsere Kapitalstruktur verbessern müssen.“

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