Anbieter zum Thema
Dass es sich bei dem Linearmontagesystem um ein typisches Weiss-Produkt handelt, zeigt sich bei den Arretierstationen: Dort arbeitet ein Kurvenantrieb, wie er sich in den Rundschalttischen aus Buchen schon tausendfach bewährt hat. Von der per Frequenzumrichter geregelten Bandstrecke sanft angefahren, warten die Werkstückträger auf den nächsten Takthub am Einlauf der Transportkurve, deren Kurvenbahn mit modifizierter Sinoide eine sehr weiche und ruckfreie Bewegung am Werkstückträger garantiert. Transportieren und Verriegeln sind dann ein Bewegungsvorgang. Es gibt kein langwieriges Stoppen, Anheben und Positionieren wie bei konventionellen Transfersystemen; eine Drehung der Transportkurve und der Werkstückträger steht schnell, fest und genau in der nächsten Position.
Die Werkstückwechselzeit beträgt nur eine halbe Sekunde
Durch den Trick, einen Rundschalttisch sozusagen aufzuschneiden, ist ein Transportsystem entstanden, das die Vorteile eines Rundschalttischs – geringe Taktzeit, Positioniergenauigkeit und sanftes Anfahren – mit der Flexibilität und dem Platzangebot eines Lineartransfersystems vereint. Für Aumat war dieser „lange” Rundschalttisch im wahrsten Sinn des Wortes der Schlüssel zu seinem Platz-gegen-Zeit-Problem: Die Werkstückwechselzeit von einer halben Sekunde war perfekt.
Nun konnte die Arbeit an der Zylinderschloss-Montageanlage beginnen. Entstanden ist dabei ein 12 m langes, gerades System mit zwei Umlenkungen, 15 Bearbeitungsstationen und 42 Werkstückträgern im Umlauf. Ein Paternoster reicht Paletten mit jeweils zehn Schlüssel-Schloss-Paaren an. An einem Handarbeitsplatz werden dann die Schlösser in die Halterung auf dem Werkstückträger eingesetzt. Eine Automatisierung dieses Arbeitsschrittes ist aufgrund der Vielzahl der Varianten schwierig. Die Schlüssel verbleiben während der Schlossmontage in den Paletten, ein RFID-System mit Datenträgern auf jedem Werkstückträger behält die Übersicht und sagt dem Roboter am Ende der Montage, welches Schloss zu welchem Schlüssel gehört.
Die vormontierten Zylinderschlösser im Umlauf werden mit einem Laser vermessen, mit den passenden Stiften und Federn befüllt, optisch geprüft und mit Stopfen verpresst. Um die vertikalen Prozesskräfte aufzufangen, werden die Produktvorrichtungen auf den Werkstückträgerplatten durch stationär angebrachte Kurvenrollen am System von unten unterstützt.
Die Module des Linearsystems werden komplett mit Maschinenbett geliefert
Die Module des Linearsystems werden komplett mit einem soliden Maschinenbett geliefert, so dass kein Gestell gebaut werden muss. Der Unterbau ist aus Stahl und kann bei Bedarf noch zusätzlich verstärkt werden. Außerdem bietet er genügend Platz für die Schaltschränke der Montagezellen. Dort sitzt in der Regel auch die Steuerung des Linearsystems mit einer Master-PLC. Deren Slaves übernehmen dann die Ansteuerung der Arretierstationen, denen auch die jeweils davor liegenden Bandstrecken zugeordnet sind.
Einrichten und Überwachen erfordert keine Programmierkenntnisse
Bei der Zylinderschloss-Montageanlage wurde jedoch der Platz im Unterbau dringend benötigt. Kein Problem für Weiss: Nach der kompletten Funktionsprüfung und Abnahme im Werk wurden die Steuerungskomponenten des Linearsystems separat zum Einbau in den seitlich angeordneten Schaltschrank der Anlage geliefert.
Die Steuerung des Linearmontagesystems und die Kommunikation mit der übergeordneten Anlagensteuerung übernimmt eine spezielle Version der Weiss-Application-Software WAS. Sie ermöglicht das Einrichten und Überwachen des Linearsystems ganz ohne Programmierkenntnisse, da alle relevanten Werte bereits vorparametriert sind. Es müssen lediglich die Steuerbits für die definierten Interfacesignale zur Anlagensteuerung eingetragen werden, um das LS 280 einzubinden.
* Jens Knölke ist Leiter Marketing & Vertrieb bei der Weiss GmbH in 74722 Buchen
(ID:42326871)