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Der Experte spricht von „wirtschaftlichen Sprengsätzen“ in Anbetracht der Tatsache, dass sich Möglichkeiten der Außenfinanzierung, etwa durch Bankkredite, praktisch über Nacht verändern können. Auch das Verbindlichkeitenmanagement ist ein vernachlässigtes Feld. Die richtige Ausnutzung von Zahlungszielen und Skonti innerhalb vereinbarter Fristen scheitert oft schon an mangelhaften Überwachungssystemen.
Bis zu 30% der Bilanzsumme in Working-Capital-Positionen investiert
„Unsere Analysen zeigen, dass bis zu 30% der Bilanzsumme in Working-Capital-Positionen investiert sind“, so Roland Schwientek, Partner bei Roland Berger Strategy Consultants. Große Unternehmen haben schon vor Jahren damit begonnen, ihr Liquiditätsmanagement zu verbessern. Die Vorreiter im Maschinenbau zum Beispiel haben ihre Bestands- und ihre Forderungsreichweite auf 43 beziehungsweise 58 Tage verringern können. Im Durchschnitt dieser Branchen hingegen sind es 57 beziehungsweise 68 Tage. Gemessen an den „Besten“ besteht eine Performancelücke von mindestens 20%.
Bei kleineren Unternehmen geht die Schere zwischen Top und Durchschnitt noch weiter auseinander. Weil die Firmenleitungen zu nahezu hundert Prozent ins Tagesgeschäft eingebunden sind, bleibt ihnen nur wenig Zeit für strategische Planungen. So holen nicht einmal 20% des Mittelstandes Bonitätsauskünfte über neue Geschäftspartner ein.
Die Folge: hohe Außenstände. Wer dagegen professionelle Methoden einsetzt, kann damit seine Cash-Quote schlagartig verbessern. „In Einzelfällen können 30% des Forderungsbestandes in Barmittel umgewandelt werden“, so Inkasso-Experte Tesch. „Account Task Forces“ sollen in den Unternehmen nun die Liquiditätsreserven aufspüren.
Factoring ist auch betriebswirtschaftlich ein Vorteil
Zu den Sofortmaßnahmen gehören eine schnellere und häufigere Fakturierung sowie ein konsequentes Mahnwesen. Wichtig sind dabei vor allem eine Verzahnung von Buchhaltung und Vertrieb, eine systematische Forderungsanalyse und das gezielte Angehen der Problemzahler. Die Übertragung von Forderungen an ein Factoring-Unternehmen ist oftmals nicht nur bilanziell, sondern auch betriebswirtschaftlich von Vorteil.
Weil die Kosten des eigenen Forderungsmanagements erheblich sind, arbeiten immer mehr Unternehmen mit spezialisierten Inkassounternehmen zusammen, denen sie nicht nur Mahnverfahren, sondern die gesamte Rechnungsabwicklung übertragen.
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