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Löwenzahnkautschuk-Forschung in Anklam

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Testreifen haben sich bereits bewährt

„Mit dem Taraxagum Lab Anklam haben wir nun einen weiteren Meilenstein im Projekt ‚Taraxagum - Reifen aus Löwenzahnkautschuk’erreicht“, erläutert Dr. Andreas Topp, Leiter Materialentwicklung und Industrialisierung sowie Prozessentwicklung für Reifen von Continental. „Die bisherige Entwicklung dieses spannenden Projektes verlief bereits sehr vielversprechend. Eine Kleinserie von Taraxagum-Versuchsreifen mit Laufstreifen aus reinem Löwenzahnkautschuk hat sich im Fahrversuch gegenüber herkömmlich produzierten Reifen mit Naturkautschuk vom „Kautschukbaum Hevea Brasiliensis“ bestens bewährt. Nun wollen wir den Weg in Richtung wirtschaftliche Produktion von Taraxagum konsequent weiter gehen und setzen dafür mit der neuen Forschungsanlage in Anklam den Grundstein für die spätere Realisierung.“

Kautschuk auf kurzem Transportweg

Continental hatte mit der Entwicklung von „Taraxagum“ vor rund fünf Jahren in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut IME, Münster, dem Julius Kühn-Institut, Quedlinburg, sowie dem Pflanzenzüchter ESKUSA, Parkstetten, begonnen. Dabei wurde der russische Löwenzahn so weitergezüchtet, dass ein dem klassischen Kautschukbaum aus den Tropen vergleichbar hoher Ertrag möglich wird. Zudem sind neue Prozess- und Produktionsmethoden entwickelt worden, um aus dem Latexsaft der Pflanzenwurzel den in der Produktion von Reifen und anderen Gummiartikeln erforderlichen Naturkautschuk zu gewinnen. In ersten Versuchen hat Continental bereits Pkw-Winterreifen sowie Motorlager aus diesem Kautschuk „Taraxagum“ hergestellt. Da die Pflanze auch in Nord- und Westeuropa angebaut werden kann, können lange Transportwege zu den europäischen Produktionswerken deutlich reduziert und so nachhaltiger und sozial verträg-licher mit den vorhandenen Ressourcen umgegangen werden.

Projekt mit Preis geehrt

Die am Projekt beteiligten Institute und Firmen haben für ihre Fortschritte bereits international renommierte Preise und Auszeichnungen erhalten. So wurde das Projekt 2014 mit dem „Green Tec Award“ ausgezeichnet, 2015 wurde ihm der Joseph-von-Fraunhofer-Preis der Fraunhofer-Gesellschaft verliehen. Weitere Informationen zum Taraxagum-Projekt stehen unter www.taraxagum.de bereit. MM

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