Transportverzögerungen Langer Bahnstreik stellt Industrie vor Probleme

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Auch die deutsche Industrie muss sich aufgrund des Lokführerstreiks der Gewerkschaft GDL ab heute Abend auf erhebliche Einschränkungen einstellen.

Nun ist es soweit! Spätestens ab Mittwochmorgen um 2:00 Uhr sieht es in der deutschen Schienenlandschaft vorwiegens so aus - Leere! Grund ist der geplante 144-Stunden-Streik, zu dem die GDL aufgerufen hat. Doch den Transportbereich lähmt es schon Stunden früher ...(Bild:  Deutsche Bahn)
Nun ist es soweit! Spätestens ab Mittwochmorgen um 2:00 Uhr sieht es in der deutschen Schienenlandschaft vorwiegens so aus - Leere! Grund ist der geplante 144-Stunden-Streik, zu dem die GDL aufgerufen hat. Doch den Transportbereich lähmt es schon Stunden früher ...
(Bild: Deutsche Bahn)

Insbesondere Branchen mit hohem Schienengüteranteil müssen wegen des bereits heute um 18:00 Uhr startenden Bahnstreiks in Sachen Transporte umdisponieren (der Personenverkehr ist erst morgen ab 2:00 Uhr betroffen). Der angekündigte sechstägige Bahnstreik belastet nämlich auch die Transportlogistik in Deutschland und ganz Europa, was damit der deutschen Automobilindustrie schadet, teilte etwa der Verband der Automobilindustrie (VDA) auf Anfrage der dpa mit. Zwar reagierten die Unternehmen bereits und stellten Liefer- und Logistikketten um, wo das möglich sei, doch sei eine kurzfristige Verlagerung von der Schiene auf die Straße außerordentlich schwierig. Denn schon seit längerem hätten viele Unternehmen ihre Transporte auf die Straße verlagert, weshalb es nun an Kapazitäten mangle.

Manche Transporte könnten aber schneller am Ziel sein ...

Auch für die Chemieindustrie bedeutet der Ausstand gleichwohl eine große Herausforderung, wie der Verband der Chemischen Industrie (VCI) kommentiert. Mit ihren Kunden und Logistikdienstleistern haben die Unternehmen aber auch umgehend flexible Alternativen entwickelt, hieß es. Diese könnten die Einschränkungen und Verzögerungen in der Bahnlogistik aber nur teilweise kompensieren. Dieser 144-Stunden-Streik wirkt sich also unmittelbar hemmend auf die Industrielieferketten aus und stört diese nachhaltig, teilte DB Cargo, die Güterverkehrstochter der Bahn, daraufhin mit. Der Verband Die Güterbahnen, in dem vor allem die Cargo-Wettbewerber organisiert sind, verwies indes darauf, dass die Bahn im Güterverkehr auf der Schiene nur noch einen Marktanteil von rund 40 Prozent hat. Rund 60 Prozent des Schienengüterverkehrs rollen also wie üblich und kommen wegen eines entleerten Netzes sogar häufig besser ans Ziel, wie der Verbandsgeschäftsführer Peter Westenberger anmerkt. Die privaten Unternehmen würden vereinzelt auch Waren aufnehmen, die DB Cargo aufgrund des Streiks nicht transportieren könne.

Der GDL-Streik trifft vor allem die deutsche Wirtschaft

Die Bahn selbst verwies hingegen auf die eigene Bedeutung für den europäischen Güterverkehr. Denn DB Cargo ist eine europäische Netzwerkbahn, anders als viele Mitbewerber, die vor allem einfache Shuttle-Verkehre anbieten, teilte das Unternehmen mit. Der GDL-Streik sei deshalb vor allem ein Streik gegen die deutsche Wirtschaft. Betroffen sei insbesondere der Einzelwagenverkehr, bei dem Waren direkt beim Kunden per Zug abgeholt werden. Die Waggons werden dann in Rangierbahnhöfen zu langen Güterzügen zusammengesetzt und am anderen Ende des Weges wieder auseinander genommen.

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