Späneentsorgung Luftklingen von ACI halten Großfräsmaschinen frei von Spänen

Redakteur: Josef-Martin Kraus

Der Flugzeugbauer Airbus fräst „aus dem Vollen“. Daher fallen beim Fräsen von Aluminium auf etwa 5% des ursprünglichen Gewichts eine beträchtliche Menge Späne an, die aus dem Arbeitsbereich der Maschinen zu entfernen sind. Das macht man am besten mit Druckluft. Ein Großwerkstück-Bearbeitungszentrum bei Airbus wurde daher mit Luftklingensystemen des britischen Herstellers ACI ausgestattet.

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Das Großwerkstück-Bearbeitungszentrum hat einen Arbeitstisch mit 48 m Länge und 8 m Breite. Sie wurde vom kanadischen Maschinenhersteller Henri Liné gebaut. Darauf können bis zu 18 kleinere Werkstücke bearbeitet werden. In der Praxis kommt dieser große Arbeitsbereich vor allem der Produktion von Tragflächenholmen mit einer Fertiglänge von 10 m zugute. Sie werden aus 3,2 t schweren Aluminiumbarren hergestellt. Als Fertigteil haben die Holme nur mehr ein Restgewicht von 250 kg.

30 Luftklingen halten Arbeitsbereich frei von Spänen

Aufgrund dieses hohen Fräsanteils fallen enorme Mengen an Spänen an, die aus dem Arbeitsbereich der Werkzeuge zu entfernen sind. Dazu ist ein effektives System erforderlich. So wurden in einer ersten Auswahl ein Vakuumverfahren und eine kombinierte Vakuum-Gebläseeinrichtung in Betracht gezogen. Beide Möglichkeiten erwiesen sich jedoch nicht nur als äußerst kostspielig, sondern auch als ineffizient, heißt es. Die erforderliche Vakuumdichte präsentierte sich zudem als ehrgeizige technische Hürde.

Letztendlich entschied man sich zur Montage mehrerer Luftklingensysteme, die von einer zentralen Gebläseeinheit mit Druckluft versorgt werden. Diese Entwicklung des britischen Luftklingenherstellers ACI, der auf dem deutschen Markt von der Carl von Gehlen GmbH, Mönchengladbach, verteten wird, umfasst 30 Klingeneinheiten mit 15 bis 152 cm Länge.

Sie wurden an den Ausliegern des Bewegungsportals der Maschine angebracht – unmittelbar im Bereich der drei Fräsköpfe. Dort blasen sie heute Spanrückstände an die Ränder der Arbeitsbühne in Sammelrinnen oder -behälter. Von den Auffangbehältnissen aus werden sie automatisch direkt zu einer Wiederaufbereitung gebracht. Zur Druckluftversorgung der Einheiten ist laut dem ACI-Vertriebspartner lediglich ein Radialventilator mit 110 kW Leistung bei einer stündlicher Druckluftkapazität von 4000 m3 erforderlich.

Gebläse läuft bei der Werkstückvermessung weiter

Das Gebläse mit frequenzumrichtergesteuertem Motor befindet sich in einem schallisolierten Gehäuse und ermöglicht eine Drosselung der Luftzufuhr auf ein Minimum, ohne das Gerät – im Falle einer Präzisionslasermessung von Aluminiumwerkstücken – komplett abschalten zu müssen. Beide – Gebläse sowie das gesamte elektrische System – bleiben fortlaufend in Betrieb und müssen nicht angehalten oder neu gestartet werden.

„Damit der Bearbeitungsprozess erwartungsgemäß funktioniert, mussten zunächst einige Feinjustierungen vorgenommen werden“, sagt Peter Jarvis, Projektmanager bei Airbus in Großbritannien. „ACI ist flexibel und hat uns geholfen, die richtigen Volumenströme und Geschwindigkeiten für die Luftzufuhr zu ermitteln – alles für eine optimale Wirkung.“

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