Magnesium-Renaissance Forscher machen Magnesium attraktiver

Quelle: TUBAF 4 min Lesedauer

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Aus Magnesium waren schon beim VW-Käfer der Motorblock und das Getriebegehäuse. Auch der kleine Lupo hatte Komponenten daraus. Nach einem Schattendasein könnte das Leichtmetall wieder brillieren ...

Blick auf den händischen Gießprozess eines Magnesiumteils. Das Leichtmetall führt, bis auf wenige Ausnahmen, als Industriewerkstoff eigentlich ein Schattendasein. Freiberger Forscher sind nun aber dabei, Magnesium mit Blick auf Kosten und Nachhaltigkeit viel attraktiver zu machen.(Bild:  Metal Master)
Blick auf den händischen Gießprozess eines Magnesiumteils. Das Leichtmetall führt, bis auf wenige Ausnahmen, als Industriewerkstoff eigentlich ein Schattendasein. Freiberger Forscher sind nun aber dabei, Magnesium mit Blick auf Kosten und Nachhaltigkeit viel attraktiver zu machen.
(Bild: Metal Master)

Obwohl Magnesium leichter ist als Aluminium, fand man es nur sporadisch in der Industrie. Das ist vor allem in Zeiten der Leichtbauforderungen verwunderlich, durch die Treibstoff und Energie eingespart werden sollen. Ein Grund dafür ist, dass die Verarbeitung von Magnesium als komplex und vor allem energieintensiv angesehen wird. Und wenn Magnesium brennt, ist das kein Spaß, denn man kann den Brand nicht mit herkömmlichen Löschmitteln bekämpfen. An der Technischen Universität Bergakademie Freiberg (TUBAF) kümmert man sich aber nun darum, dass Magnesium für die Industrie nicht nur ein attraktiver sondern auch ein klimafreundlicher Werkstoff wird, der dem Leichtbau neuen Auftrieb geben könnte.

Weniger Energie und CO2 bei der Magnesiumverarbeitung

Ein Team verschiedener Fachbereiche der TUBAF hat dazu gemeinsam mit Industriepartnern eine durchgängige Prozesskette für Magnesium-Leichtbauteile geschmiedet, die sich von der Schmelze bis zum funktionsfähigen Prototyp erstreckt, wie man dazu erfährt. Über alle Prozessschritte hinweg konnten demnach der Energiebedarf und die CO₂-Emissionen reduziert werden – unter anderem durch den Einsatz von Wasserstoff in der Schmelz- und Anwärmtechnik, vor allem durch verkürzte Prozesse und durch eine kaltumformbare Magnesiumlegierung. Im Forschungsverbund entstanden so unter anderem leichte Computergehäuse aus Magnesium, Schienenrücksitz-Wände für Hochgeschwindigkeitszüge wie etwa den TGV, Scharnierteile für Transportcontainer sowie ein Luftstromkanal für ein Hovercraft-Rettungsfahrzeug.

Gießwalzen verringert den Aufwand für das Umformen

Beginnend mit der Blechherstellung setzt das Freiberger Team am Institut für Metallformung dafür auf innovative Verfahren, heißt es weiter. Denn per Gießwalzen können schon Magnesiumbleche mit Dicken von rund fünf Millimetern hergestellt werden. So können nachgeschaltete Umformschritte reduziert werden. Das Ergebnis sind Magnesiumbauteile, die bei vergleichbarer Festigkeit rund ein Drittel leichter sind als deren Pendants aus Aluminium. Damit könne das Potenzial von Magnesium als Leichtbau-Werkstoff künftig besser ausgeschöpft werden – etwa für die E-Mobilität, im Maschinen- und Fahrzeugbau oder in der Medizintechnik.

An der TU Bergakademie Freiberg nutzt man für die Umformung von Magnesium auch das sogenannte Gießwalzen, um das Leichtmetall rascher und günstiger schon nahe an in die Wunschkontur zu bringen. So spart man sich einige sonst übliche Umformschritte.(Bild:  TUBAF)
An der TU Bergakademie Freiberg nutzt man für die Umformung von Magnesium auch das sogenannte Gießwalzen, um das Leichtmetall rascher und günstiger schon nahe an in die Wunschkontur zu bringen. So spart man sich einige sonst übliche Umformschritte.
(Bild: TUBAF)

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