Datenökosystem Manufacturing-X zahlt auf Transparenz, Effizienz und Innovation von Unternehmen ein

Quelle: Bitkom; Plattform Industrie 4.0 3 min Lesedauer

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Noch steckt die Initiative Manufacturing-X in den Kinderschuhen. Doch für das produzierende Gewerbe birgt das Konzept großes Potenzial. Auf der diesjährigen Hannover Messe bekannten sich auch namhafte Unternehmensverantwortliche großer deutscher Industrieunternehmen zum Projekt.

Manufacturing-X soll sich an dem Prinzip von Catena-X orientieren, das vor allem die Automobilindustrie im Fokus hat. Die Zielgruppe bei Manufacturing-X ist jedoch das produzierende Gewerbe im Allgemeinen.(Bild:  Sandro Kipar/VCG)
Manufacturing-X soll sich an dem Prinzip von Catena-X orientieren, das vor allem die Automobilindustrie im Fokus hat. Die Zielgruppe bei Manufacturing-X ist jedoch das produzierende Gewerbe im Allgemeinen.
(Bild: Sandro Kipar/VCG)

Die Initiative Manufacturing-X hat das Ziel, alle an einer Wertschöpfung beteiligten Parteien zu vernetzen. So soll das Teilen von Daten zwischen verschiedenen Akteuren vereinfacht werden, um auf Störungen in den Lieferketten frühzeitig reagieren zu können. Auch völlig neue Geschäftsmodelle seien für die Industrie möglich.

Konkrete Anwendungsfälle könnten die Berechnung des digitalen Fußabdrucks sein. Auch die Realisierung einer Kreislaufwirtschaft, des Energiemanagements oder eben eine verbesserte Transparenz von Lieferketten zur Qualitätssteigerung oder Steuerung der Lieferketten sollen so vereinfacht werden.
Hierzu sollen die in Catena-X für den Automotive-Sektor erarbeiteten Ansätze und Lösungen aufgegriffen und für die gesamte Industrie nutzbar gemacht werden. Die Interoperabilität von verschieden Datenräumen und die Offenheit der Systeme seien zentrale Leitplanken, betont die Plattform Industrie 4.0 in einer Pressemitteilung.

Der Branchenverband Bitkom veröffentlichte vor kurzem auch ein neues Positionspapier zu Manufacturing-X. Laut einer entsprechenden Mitteilung beleuchtet es Vorteile, rechtliche und technische Anforderungen sowie die nächsten Schritte auf dem Weg zum Datenökosystem.

So heißt es in dem Positionspapier, dass ein gemeinsamer Datenraum vor allem auf die Transparenz, Effizienz und Innovation von Unternehmen einzahle. Für neue grüne Standards in der Industrie seien Dokumentationsdaten, Qualitätsdaten und ESG-Daten notwendig, die aktuell für eine gesamte Lieferkette schwierig zu bekommen seien. Manufacturing-X stelle hierbei eine Lösung dar, um die Nachhaltigkeit des eigenen Produkts belegen zu können. Auch die Qualität der Produkte lassen sich mithilfe der Daten verbessern, so der Bitkom in seinem Positionspapier.

Förderung durch Politik und Wirtschaft

Die Corona-Krise hat zudem gezeigt, wie anfällig Lieferketten etwa durch Engpässe sein können. Mit einer digitalisierten Wertschöpfungskette könne jedoch die Verfügbarkeit von Rohstoffen transparent gemacht werden. Unternehmen können so Liefertermine früher und zuverlässiger prognostizieren und bei Engpässen rechtzeitig gegensteuern. „Wichtig ist nun, dass die Regierung auch die entsprechenden finanziellen Mittel bereitstellt und dass die Unternehmen die Möglichkeiten des zukünftigen Datenraums wirklich nutzen“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg.

Im Rahmen des Leaders' Dialogue der Plattform Industrie 4.0, der auf der diesjährigen Hannover Messe stattfand, untermauerte das auch Dr. Siegfried Russwurm. Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie stellte unverblümt fest: "Wir müssen mangels Alternativen Industrieland bleiben. Wir müssen mangels Alternativen Exportland bleiben." Hierzu benötige es neben digitalen und datenbasierten Lösungen einen Kulturwandel und ein neues Niveau der digitalen Kooperation über Unternehmensgrenzen hinweg, konstatiert die Plattform Industrie 4.0. "Manufacturing-X ist ein Changeprojekt", ergänzt Henrik Schunk, Geschäftsführender Gesellschafter der Schunk GmbH.

Ehrlicherweise müsse man auch festhalten, dass in den letzten zehn Jahren einerseits viel Geld mit der Digitalisierung gemacht, andererseits aber auch viel Geld verbrannt worden sei, merkt Cedric Neike, CEO von Siemens Digital Industries, an. Dr. Peter Weckesser, CDO bei Schneider Electric, ergänzt: "Die Digitalisierung scheitert im Mittelstand oft, weil der Aufwand der Datenintegration den Nutzen der nachgelagerten Datenanalyse übersteigt." Doch genau hier läge das Potenzial der Initiative. "Manufacturing-X kann die bislang sehr teure Datenintegration erschwinglich machen", glaubt Dr. Gunther Kegel, CEO bei Pepperl+Fuchs und Präsident des ZVEI.

Das vollständige Positionspapier kann auf der Website des Bitkom heruntergeladen werden.

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