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Hardwareseitig besteht ein solches U-Achssystem aus einem Zerspanungswerkzeug in einem Plandrehkopf. Die Verstellbewegung des Kopfes wird über einen Servomotor realisiert. Da das System mit der Spindelbewegung rotiert, muss die Energieversorgung berührungslos induktiv erfolgen. Das gleiche gilt für den bidirektionalen Datenaustausch mit der Steuerung.
Spindelseitig ist dafür ein so genannter Stator angebaut. Auf der U-Achs-Seite gewährleistet die ringförmige induktive Übertragungseinheit den Daten- und Energieaustausch in jeder Winkellage.
Umspannen des Werkstücks wird vermieden
„Die Vorteile dieser U-Achssysteme sind offensichtlich“, sagt Kress. „Aufgrund der frei programmierbaren und dynamisch während der Bearbeitung einstellbaren Schneide lassen sich Konturen erzeugen, die sich bisher – wenn überhaupt – nur mit großem Aufwand herstellen ließen.“ Fronius weist auf die außerordentlich hohe Genauigkeit der so bearbeiteten Bauteile hin: „Wir liegen im untersten Mikrometer-Bereich. Denn durch den Antrieb direkt am Werkzeug können mechanische Einflussgrößen wie Wärmegang oder Torsion gänzlich ausgeschlossen sowie Umspannvorgänge vermieden werden.“
Nachträgliche Integration war bisher aufwändig
Was die beiden am Markt konkurrierenden Werkzeuganbieter an einen Tisch brachte, war ein gemeinsames Problem: Die U-Achssysteme Tooltronic und Komtronic sind keine einfach einzuwechselnden Werkzeuge, sondern müssen mechanisch und elektronisch in die Werkzeugmaschine integriert werden. Diese nachträgliche Integration, die ins Ressort der Werkzeugmaschinenhersteller fällt, schlug bislang mit erheblichen Kosten zu Buche. Eine Hürde, die viele potenzielle Endkunden vom Einsatz der U-Achssysteme abhielt.
Doch insgesamt ist die Akzeptanz der U-Achssysteme kontinuierlich gewachsen, die Nachfrage in diesem Jahr nahezu explodiert, wie Kress und Fronius unisono verkünden: „Der Trend zu kleinen Stückzahlen fordert hohe Flexibilität in der Fertigung. Da sind unsere Systeme genau richtig.“
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Link: MM-Special zur AMB 2010
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