Prozessindustrie Markt für Prozesstechnik schrumpft auf „Normalmaß“

Redakteur: Josef-Martin Kraus

Für die Prozesstechnik wird im laufenden Jahr mit einem moderaten Umsatzrückgang gerechnet, wie der Sprecher des VDMA-Forums Prozesstechnik, Rüdiger Vieten, in Frankfurt am Main vor der Presse verkündete.

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Vieten zeigte sich überzeugt, dass sich der Branchenumsatz bis zum Jahresende „immer noch auf einem höheren Niveau als Ende 2007 bewegen wird“. Der Grund: Rohstoffnahe Sparten des Maschinen- und Anlagenbaus leiden weniger unter der Konjunkturkrise als jene nahe am Endprodukt. Diesen Seitenhieb auf Sparten wie Textilmaschinenbau, Präzisionswerkzeuge, Druck- und Papiertechnik konnte sich Rüdiger Vieten auf der VDMA-Fachpressekonferenz zur Achema 2009 nicht verkneifen. Tatsächlich sehen die Prognosen für die sechs Prozesstechnik-Sparten – Industriearmaturen, Pumpen, Kompressoren, Verfahrenstechnik, Pharmaanlagen und Großanlagenbau – besser aus.

Hoher Auftragbestand in einzelen Sparten der Prozesstechnik

Diese Zuversicht gründet auf dem hohen Auftragsbestand in den einzelnen Sparten. So beträgt er bei den Pumpenherstellern immer noch bis zu sechs Monate. Bis Mitte 2010 noch gut gefüllt, sind sogar die Auftragsbücher der Hersteller von Prozesskompressoren. Auch bei den Armaturenherstellern scheint der Bestand noch hoch zu sein. Für dieses Jahr lautet jedenfalls deren Prognose 5% Umsatzwachstum. Zumindest den Umsatz von 2008 halten, wollen die Pumpenhersteller. Dagegen befürchten die Anlagenbauer der chemischen Industrie einen Rückgang um ein Drittel.

Die Kosten rücken wieder in den Fokus

Ausgangsbasis ist der Rekordumsatz in den ersten drei Quartalen des vergangenen Jahres. Er lag bei über 16 Mrd. Euro und war damit 12% höher als im gleichen Zeitraum ein Jahr zuvor. Mit dem moderaten Rückgang – so Vieten – kehrt wieder mehr Normalität in die Geschäftsentwicklung ein: Reduzierten sich die Verhandlungsgespräche in den vergangenen Jahren auf die Lieferfähigkeit, wird es auf der diesjährigen Weltmesse der Prozessindustrie wieder um mehr Kostenrelevanz gehen: um Verkaufspreise, Lebensdauerkosten und Verfügbarkeit.

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