Design Maschinen-Design in der Krise
Dominic Schindler ist einer der führenden Produkt-Designer. Mit seinem Designer-Team hat er zum Beispiel für den Werkzeugmaschinenbauer Gildemeister das neue DMG Design geschaffen. Die Agentur Dominic Schindler Creations aus dem österreichischen Lauterach gewann dafür bereits mehrere Preise. Doch wie sieht es mit dem Investitionsgüter-Design in der Krise aus? Wir haben den Designer dazu befragt.
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Besonders in schlechten Zeiten kommt es darauf an, sich von der besten Seite zu präsentieren. Wie können Unternehmen gerade in Krisenzeiten wie jetzt von Design profitieren?
Schindler: Gerade in diesen Zeiten ist es extrem wichtig zu investieren, vor allem in Design. Denn Design kommuniziert die Qualität eines Produktes nach außen. Damit hebt man sich und seine Produkte vom Markt und somit auch von den Marktbegleitern ab.
Wie hoch ist der Kostenaufwand eines neuen Designs für Unternehmen im Durchschnitt?
Schindler: Generell wird immer gedacht, sobald Design im Spiel ist wird das Produkt auch automatisch teurer. Das stimmt nur zum Teil, denn mit neuen Fertigungsverfahren und mit Industriestandards haben wir es schon oft erreicht, gewisse Teile oder ganze Produkte von der Herstellung her um einiges günstiger zu machen.
Haben Sie ein konkretes Beispiel bei dem Kosten durch Design wirklich gesenkt werden konnten?
Schindler: Das war zum Beispiel für den Weltmarktführer, die Gildemeister AG, dabei wurde an der DMG-Ergoline das Gehäuse von den Kosten her gesenkt. Der Grund liegt darin, dass es davor zwei unterschiedliche Bedienpulte gab, das Konzern-Bedienpult und die DMG-Slimline. Wir haben das zu einem Bedienpult zusammengeführt, nämlich zur DMG-Ergoline, und dadurch sind wir durch eine industrielle Fertigung mit Formenbau auf geringere Kosten im Hardwarebereich gekommen.
Nicht nur Maschinen- und Anlagenbauer sind von der Finanzkrise betroffen. Auch Ihre Kunden spüren sie. Daher die Frage: Sind designte Maschinen teurer als nicht-designte?
Schindler: Schon wieder das Unwort Design und teuer. Natürlich ist für Design ein gewisser Kostenaufwand nötig. Grundsätzlich ist es so, dass gut designte Maschinen, die auch wirklich einen strategischen Ansatz haben, minimalst teurer sind, aber auch für den Endkunden einen absoluten Mehrwert bieten. Das heißt, dieser Kunde kauft vielleicht minimal teurere Maschinen, bekommt dafür aber ein viel besseres Produkt.
Wie sieht eine designte Maschinen in fünf bis zehn Jahren aus?
Schindler: Generell ist zu sagen dass das Design im Maschinenbau genau zeitversetzt zum B2C-Sektor sein wird. Also wenn Sie sich mal Handys oder andere Gebrauchsgegenstände vor zehn Jahren anschauen, wie diese designt waren, waren die auch nicht sehr anspruchsvoll. Im Moment ist es aber so, dass wirklich extrem viel Aufwand in das Design im B2C-Sektor gesteckt wird. Und ähnlich wird das in zehn bis fünfzehn Jahren auch im Maschinenbau sein. Es wird von Jahr zu Jahr wichtiger werden und ich denke, wir werden in den nächsten zehn Jahren und auch in den kommendenen Jahren schon sehr viele interessante Designlösungen im Maschinenbau sehen.
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