Honmaschinen Maschinenbauer Gehring aus der Insolvenz gerettet

Redakteur: Stéphane Itasse

Der Geschäftsbetrieb des insolventen Ostfilderner Werkzeugmaschinen-Herstellers Gehring wird unter neuer Regie fortgeführt. Der Münchner Investor Stargate Capital hat die Unternehmensgruppe Gehring erworben und sichert so allein am Standort Ostfildern etwa 300 Arbeitsplätze, wie der Insolvenzverwalter Dr. Tibor Braun mitteilt.

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Das Familienunternehmen Gehring ist einer der führenden Hersteller von Honmaschinen. Diese Maschinen werden weltweit vor allem im Bau von Automobilmotoren eingesetzt. In der Folge der weltweiten Automobilkrise musste Gehring im November 2008 deshalb einen Insolvenzantrag stellen.

Honmaschinen-Hersteller hält Betrieb aufrecht

Im Zuge der Insolvenzabwicklung wurde die nahtlose Betriebsfortführung sichergestellt. Im Rahmen eines durchgreifenden Sanierungsprozesses musste insgesamt 146 Beschäftigten gekündigt werden; diese sind jedoch nahezu ausnahmslos in die angebotene Beschäftigungsqualifizierungsgesellschaft übergetreten.

„Wir sind ausgesprochen glücklich, in diesen schwierigen Zeiten einen strategischen Investor für die Firmengruppe Gehring gefunden zu haben, der den Erhalt der Gehring-Unternehmen langfristig sicherstellt“, sagte Braun. „Mit dieser Maximallösung verbleibt der von den Automobilherstellern als „Technologieführer“ bezeichnete Hersteller von Honmaschinen weiterhin am Markt“.

Tochtergesellschaften mit übernommen

Stargate Capital übernimmt neben dem Geschäftsbetrieb der Gehring GmbH & Co. KG auch die von der Insolvenz nicht betroffenen Tochtergesellschaften, die Diato GmbH in Ostfildern, die Gehring Naumburg GmbH & Co. KG sowie über die Gehring International GmbH auch die Auslandstochtergesellschaften in USA, China, Brasilien und Frankreich. Damit soll die „Schlagkraft“ der Unternehmensgruppe erhalten bleiben.

Stargate Capital ist über die Stargate Automotive GmbH bereits als Lieferant im Automobilsektor tätig. Mit der Firma Bleichert in Osterburken gehört ein weltweit agierendes Unternehmen im Bereich der Fördertechnik, Fabrikautomation sowie der Montage- und Verkettungstechnik zur Unternehmensgruppe, heißt es in der Mitteilung. Durch den Zukauf von Gehring sollen zwischen diesen Unternehmen strategische Effekte in erheblichem Umfang realisiert werden.

Banken unterstützen Sanierung des Honmaschinen-Produzenten

Ermöglicht wurde die Übernahme der Gehring Unternehmensgruppe nicht zuletzt durch die Bereitschaft der bisherigen Poolbanken, für die Transaktion eine Neufinanzierung zu gewährleisten. „Die Baden-Württembergische Bank, die Kreissparkasse Esslingen sowie die Deutsche Bank halten das Erwerberkonzept für zukunftsträchtig und setzen damit auch auf die hohe Qualität der Gehring-Sondermaschinen und die Marktstellung von Gehring“, erläutert Dr. Braun weiter. „Dieses Neuengagement der Gläubigerbanken ist insbesondere unter Betrachtung des gesamtkonjunkturellen Umfelds außergewöhnlich.“

Die Übernahme der Gehring Unternehmensgruppe erfolgt mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. März 2009. Die Gesellschaft firmiert nun unter „Gehring Technologies GmbH“.

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