Schlechte Zahlungsmoral Maschinenbauer müssen am längsten auf ihr Geld warten

Quelle: Pressemitteilung von Allianz Trade, Close Brothers Factoring 2 min Lesedauer

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Die weltweite Zahlungsmoral hat sich zuletzt laut Allianz Trade stärker verschlechtert als in den sieben vorangegangenen Jahren zusammengenommen. Besonders betroffen: Der Maschinen- und Anlagenbau.

Die Zahlungsmoral der Unternehmen hat sich 2022 laut Allianz Trade im Vergleich zum Vorjahr deutlich verschlechtert. (Bild:  zest_marina - stock.adobe.com)
Die Zahlungsmoral der Unternehmen hat sich 2022 laut Allianz Trade im Vergleich zum Vorjahr deutlich verschlechtert.
(Bild: zest_marina - stock.adobe.com)

Rechnungen wurden 2022 nach durchschnittlich 59 Tagen bezahlt – und damit fünf Tage später als noch im Vorjahr. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Kreditversicherers Allianz Trade. Schon zuvor hatte sich das weltweite Zahlungsverhalten – mit Ausnahme von 2020 – sukzessive verschlechtert, wenngleich weitaus weniger deutlich: Zwischen 2015 und 2021 haben sich die „Days of Sales Outstanding“ (DSO), also der Zeitraum zwischen Rechnungslegung und Bezahlung, um insgesamt vier Tage verschlechtert. 17 Prozent der Unternehmen weltweit werden erst nach 90 Tagen bezahlt, bei insgesamt 42 Prozent sind es mehr als 60 Tage.

„Die Zahlungsmoral ist ein wichtiger Vorbote von Zahlungsverzögerungen und -ausfällen sowie Insolvenzen“, sagt Maxime Lemerle, Chefanalyst für Insolvenzen bei Allianz Trade. „Je länger Unternehmen auf ihr Geld warten müssen, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie am Ende auf unbezahlten Rechnungen sitzen bleiben. Die Rolle der Lieferanten als unsichtbare Bank kommt also wieder voll zum Tragen und erhöht die Liquiditätsrisiken im System.“

Schlechtes Zahlungsverhalten vor allem in China

Auch in Deutschland ist eine deutliche Verschlechterung bei der Zahlungsmoral sichtbar. Hierzulande wurden Rechnungen im Jahr 2022 durchschnittlich 4 Tage später bezahlt als 2021 – nach durchschnittlich 49 Tagen. Besonders spät bezahlen Abnehmer in der Region Asien-Pazifik (65 Tage, +6 Tage). Haupttreiber ist dabei China: Dort hat sich das Zahlungsverhalten 2022 besonders stark verschlechtert und die DSO haben sich um 10 Tage verlängert auf nunmehr 54 Tage. Im Mittleren Osten müssen Unternehmen unverändert rund 64 Tage auf ihr Geld warten In Westeuropa sind es durchschnittlich 56 Tage (+3 Tage), in Südamerika (+3 Tage) und in Zentral- und Osteuropa (+4 Tage) jeweils 51 Tage und in den USA 49 Tage (+1 Tag) wie in Deutschland.

Bei den Branchen ist das Bild ebenfalls heterogen. Besonders stark verschlechtert hat sich die Zahlungsmoral im Bereich Transportmittel (+15 Tage), Rohstoffe (+10 Tage), Elektronik sowie Software und IT (jeweils +8), Pharma, Lebensmittel und Baugewerbe (+7 Tage). Insgesamt am längsten auf ihr Geld warten müssen Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau (79 Tage), in der Transportmittelindustrie (77 Tage) sowie im Elektronik- und Baugewerbe (je 72 Tage).

Auch eine aktuelle Befragung von Close Brothers Factoring zeigte: Bei drei von fünf der befragten Metall- und Elektrobetriebe (61 Prozent) stieg die Zahl der Ausfälle an, bei einem Viertel (26 Prozent) die Zahl der Verzögerungen. Ein Achtel der Unternehmen (12,5 Prozent) erlebte sowohl mehr Ausfälle als auch mehr Verzögerungen bei offenen Forderungen. Unterm Strich waren dadurch laut Umfrage 99 Prozent der Unternehmen 2022 mit Liquiditätsengpässen durch verzögerte oder ausgefallene Zahlungen konfrontiert.

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