Geschäftszahlen Hermle spürt Investitionszurückhaltung der Industrie

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Die Geschäfte der Maschinenfabrik Berthold Hermle AG sind 2024 wie erwartet von der schwachen Konjunktur und der Investitionszurückhaltung der Industrie beeinflusst.

Der Auftragseingang von Hermle hat sich in den ersten sechs Monaten des Jahres im Vergleich zum Vorjahr verringert.(Bild:  maikgoering photography)
Der Auftragseingang von Hermle hat sich in den ersten sechs Monaten des Jahres im Vergleich zum Vorjahr verringert.
(Bild: maikgoering photography)

Der Auftragseingang des schwäbischen Automations- und Werkzeugmaschinenspezialisten verringerte sich in den ersten sechs Monaten gemessen am entsprechenden Vorjahreswert im Konzern um 6,2 Prozent auf 250,9 Mio. Euro (Vorjahr: 267,5 Mio. Euro). Auf das Inland entfielen dabei 88,7 Mio. Euro (Vorjahr 90,6 Mio. Euro) und auf das Ausland 162,2 Mio. Euro (Vorjahr: 176,9 Mio. Euro).

Damit entwickelte sich Hermle besser als der gesamte deutsche Werkzeugmaschinenbau, der nach Angaben des Branchenverbands VDW im selben Zeitraum einen Nachfrageeinbruch um 26 Prozent verzeichnete. Den vergleichsweise soliden eigenen Verlauf führt Hermle unter anderem auf eine starke Position im Bereich Automation zurück. Zum Stichtag 30. Juni 2024 verfügte das Unternehmen konzernweit über einen noch ausreichenden Auftragsbestand von 139,6 Mio. Euro.

Der Hermle-Konzernumsatz nahm im ersten Halbjahr 2024 um 7,4 Prozent auf 241,8 Mio. Euro ab (Vorjahr: 261,0 Mio. Euro). Im Inland belief sich das Geschäftsvolumen auf 89,7 Mio. Euro (Vorjahr: 92,1 Mio. Euro) und im Ausland auf 152,1 Mio. Euro (Vorjahr: 168,9 Mio. Euro), woraus sich eine weiterhin hohe Exportquote von 62,9 % errechnet (Vorjahr: 64,7 %). Der Rückstand zum Vorjahresniveau konnte im Juni etwas verringert werden, da Verzögerungen bei der Auslieferung von Maschinen aufgeholt wurden.

Positiv bemerkbar machten sich außerdem das wachsende Servicegeschäft, das auch mit dem steigenden Umsatzanteil von Automationslösungen zusammenhängt, sowie die zunehmende Internationalisierung durch Auslandstochtergesellschaften.

Das Betriebsergebnis des Hermle-Konzerns ging von Januar bis Juni 2024 um 22,1 Prozent auf 38,5 Mio. Euro zurück (Vorjahr: 49,4 Mio. Euro). Ursächlich dafür waren neben der geringeren Kapazitätsauslastung gestiegene Personalkosten, die auf den Ausbau der Belegschaft, Tariflohnzuwächse, einen anhaltend hohen Krankenstand sowie die zunehmende Arbeitsbelastung durch Überregulierung und Bürokratisierung zurückzuführen waren. Das Ergebnis vor Steuern belief sich in der Berichtsperiode auf 40,6 Mio. Euro (Vorjahr: 50,4 Mio. Euro). Das ergibt eine nach wie vor solide Bruttoumsatzmarge von 16,8 Prozent (Vorjahr: 19,3 %). Nach Steuern wurde ein Periodenüberschuss von 29,8 Mio. Euro ausgewiesen (Vorjahr: 37,1 Mio. Euro).

Ausblick

Nach der tendenziell besser als erwarteten Entwicklung in den ersten sechs Monaten 2024 geht Hermle im zweiten Halbjahr – auch wegen der sehr verhaltenen Nachfrage im Juli – von einer weiteren spürbaren Abschwächung aus. Das unsichere gesamtwirtschaftliche Umfeld sowie die zunehmende Regulierung und Bürokratisierung bremsen die Investitionsbereitschaft in der Industrie erheblich. Daher bleibt die Prognose des Unternehmens für das Gesamtjahr 2024 weitgehend unverändert.

Aus heutiger Sicht wird der Hermle-Konzernumsatz auch im besten Fall im oberen einstelligen Prozentbereich abnehmen, im ungünstigen Szenario kann er um etwa 20 Prozent sinken. Aktuell ist von einem Wert in der Mitte oder unteren Hälfte dieser Bandbreite auszugehen, die hohe Unsicherheit im Umfeld kann aber noch zu Ausschlägen in beide Richtungen führen.

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