Maschinenelemente

Mechanische Stoppsysteme bieten ein Plus an Schutz und Produktivität

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Die Sicherheitsfunktionen des Schutzsystems werden daher nicht elektronisch umgesetzt. Das zentrale Funktionselement ist eine rein mechanische Kontaktleiste, die am unteren Ende der Schutztür angebracht wird. Bei Eingriff des Maschinenbedieners wird die Schutztür sofort gestoppt. Im Vergleich zu einer elektrischen Lösung entsteht kein Nachlauf.

Schutztür verringert Sicherheitsabstands zwischen Maschine und Bedienpersonal

Folglich können Schutztüren mit höherer Geschwindigkeit bewegt werden, ohne den Personenschutz einzuschränken. Dadurch ist eine Verringerung des Sicherheitsabstands zwischen Maschine und Bedienpersonal möglich. Bei konventionellen Schutzsystemen mit elektrischem Lichtgitter muss zum Beispiel der Abstand zu einer Roboteranlage nach [1] mindestens 2,13 m betragen (Bild 3).

Schon bei leichter Berührung der mechanischen Kontaktleiste wird sofort eine nachlauffreie Blockade der Schutzeinrichtung ausgelöst. Weitere Stellglieder wie Ventile oder Relais sind bei diesem direkten Sicherheitskonzept nicht erforderlich. Im Vergleich zu Systemen mit Lichtgitter ist weniger Platz erforderlich. Wird bei konventionellen, elektronischen Systemen aufwändig versucht, über mehrkanalige Redundanzen eine Fehlfunktion und das sich daraus ergebende Verletzungsrisiko statistisch auszuschließen, funktioniert diese mechanische Entwicklung unabhängig von der Maschinensteuerung oder zusätzlichen Stellgliedern.

Signalverarbeitung über Steuerung zum Stopp des Türantriebs entfällt

Eine Programmierung der Steuerung ist nicht erforderlich. Außerdem erleichtert das Schutzsystem mit vierfach integrierter, selbsthemmender Sicherheitsmechanik die Inbetriebnahme und Wartung der Maschine. Bei Personeneingriff findet eine automatische Entkopplung der Schutztür vom Antrieb statt.

Selbst bei totalem pneumatischen oder elektrischen Energieausfall ist es ausgeschlossen, dass Personen durch selbstständig herabfallende Schutzeinrichtungen eingeklemmt werden. Weil das Schutzsystem direktwirkend ist, entfällt die Signalverarbeitung über eine Steuerung zum Stopp des Türantriebs. Aufgrund der Nachlauffreiheit kann die Schutztür mit maximaler Geschwindigkeit bis zur Schließkante verfahren werden, ohne die Personensicherheit zu gefährden.

Basis ist ein Automatisierungsbaukasten

Diese mechanische Sicherheitstechnik der Strasser Maschinenbau GmbH, die als Automatisierungsspezialist sowohl Komponenten als auch komplette Systeme entwickelt und fertigt, erhöht somit die Maschinensicherheit und zugleich die Produktivität. Basis dafür ist immer ein Automatisierungsbaukasten. Entstanden aus einem modularen Profilsystem aus Stahl und Edelstahl umfasst er heute ein komplettes Portfolio: von Basisprofilen über vormontierte Maschinengestelle bis zu kompletten Fördertechnik- und Handhabungssystemen.

Geeignet ist das mechanische Schutzsystem sowohl für Türen von Werkzeugmaschinen, Roboteranlagen, Pressen und Prüfmaschinen als auch für Hubsäulen: bei Montagestationen, Handarbeitsplätzen und Testvorrichtungen. ?

Literatur

[1] DIN EN 999: Sicherheit von Maschinen – Anordnung von Schutzeinrichtungen im Hinblick auf Annäherungsgeschwindigkeiten von Körperteilen. Oktober 2008.

Karl-Heinz Strasser ist Geschäftsführer der Strasser Maschinenbau GmbH in 88250 Weingarten.

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