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Fertige Liquidmetal-Teile in einem Schritt
Mit Liquidmetal präsentiert Engel eine Alternative zum Metal Injection Moulding (MIM) und der CNC-Bearbeitung, die in einem Arbeitsschritt und in kurzen Zyklen einsatzfertige Bauteile in einer sehr hohen Oberflächenqualität liefert.
Bei der CNC-Bearbeitung werden Metallkomponenten einzeln aus einem Metallblock unter anderem durch Fräsen, Bohren, Schleifen und Drehen herausgearbeitet. Auf diese Weise können dreidimensional anspruchsvolle Präzisionsteile mit einer sehr hochwertigen Oberfläche hergestellt werden. Im Vergleich zum Spritzguss ist dieses Fertigungsverfahren jedoch sehr zeit- und kostenintensiv.
Beim MIM-Prozess handelt es sich zwar ebenfalls um ein Spritzgießverfahren, allerdings werden keine Metalllegierungen, sondern Metall/Kunststoff-Pulver verarbeitet. Der Kunststoff muss nach dem Spritzgießen thermisch entfernt und das Fertigteil durch Sintern erhalten werden. Zudem ist häufig eine Nachbearbeitung der durch das Sintern rauen Oberfläche notwendig. Diese zusätzlichen Prozessschritte können – je nach Wanddicke – sehr viel Zeit in Anspruch nehmen.
Alle diese Nachteile vermeidet die Liquidmetal-Technologie. Sie liefert hocheffizient und wirtschaftlich einbaufertige Präzisionsteile mit einer sehr hohen Oberflächenqualität. Die Zykluszeiten bewegen sich zwischen 2 und 3 Minuten und liegen damit deutlich unter den Bearbeitungszeiten von CNC-Zentren. Ein weiterer Vorteil der Liquidmetal-Verarbeitung ist, dass kein Abfall anfällt, da die Angüsse recycelt werden können.
Schlüsselbranchen für Liquidmetal-Komponenten
In der Medizintechnik sieht Engel gutes Potenzial für die Liquidmetal-Technologie, weshalb während des Engel-Symposiums Teile für medizinische Zangen aus einer Liquidmetal-Legierung hergestellt wurden. Denkbar sind auch Endoprothesen wie Hüftgelenke oder Stents. Dank der ausgezeichneten mechanischen Eigenschaften des Materials lassen sich auch mit geringen Wanddicken sehr robuste Teile realisieren. Darüber hinaus eröffnet sich ein breites Anwendungsspektrum in den Bereichen Elektronik, Luft- und Raumfahrt sowie der Sportgeräteindustrie. Erste Anwendungen wurden in der Unterhaltungselektronik- und der Uhrenindustrie realisiert. Die Lizenzen für das neue Verfahren werden von Liquidmetal Technologies vergeben. Das Unternehmen liefert die Spritzgießlösungen an die Lizenzpartner. Für individuelle Vorführungen und Erstbemusterungen steht im Technikum am Stammsitz in Schwertberg, Österreich, eine Liquidmetal-Maschine zur Verfügung.
MM
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