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Europa, 107 Jahre später: Den Service, mit dem alles begann – das Bereitstellen und Waschen von Putztüchern für die Industrie – bietet die Unternehmensgruppe nach wie vor. Doch Tuch, Dienstleistung und Produktion haben sich verändert. Wenn Hans Müller heute zum Mewa-Putztuch greift, hat dieses bereits eine lange Reise hinter sich. Die verschmutzten Putztücher, die sich im Laufe eines Produktionstages in einem Betrieb anhäufen, werden in speziellen Containern gesammelt. Da die Tücher entzündliche Schmutzstoffe wie Öle und Lösemittel aufsaugen, gelten sie als Gefahrgut. Die Sammelbehälter mit den schmutzigen Putzlappen werden in das Lauenberger Mewa-Werk in Schleswig-Holstein gebracht und dort für die Wiederverwendung aufbereitet.
Mewa wäscht jährlich 945 Mio. Putztücher
945 Mio. Putztücher reinigen die Betriebe des Unternehmens jährlich. Für den Waschprozess ist jedes Putztuch entsprechend dem jeweiligen Einsatzbereich gekennzeichnet – rote Tücher werden für Schmierstoffe verwendet, die grüne Farbe kennzeichnet den Umgang mit Farbresten und das blaue Mewa-Tuch wird im spanenden Bereich eingesetzt. Die Tücher werden sortiert, in die Waschstraßen befördert und mit einem individuellen Waschprogramm gereinigt. Nach dem Waschen werden die Putztücher trockengepresst und der Qualitätskontrolle unterzogen. Jedes Tuch wird von den Mitarbeitern visuell auf Sauberkeit und Zustand geprüft, elektronisch gewogen und von Metalldetektoren auf Rückstände und Verschleiß getestet. Danach erst landen die sauberen Tücher wieder in den gereinigten Containern und werden zu den Firmen zurücktransportiert.
Mit der Kaskadentechnik spart Mewa 50 % Wasser im Vergleich zu herkömmlichen Waschverfahren
Etwa 50 Mal durchläuft ein Putztuch den Waschprozess, bis es in der Mülltonne landet. Das Besondere bei den Mewa-Tüchern ist, dass sich der Kreis der Putztuch-Aufbereitung auch mit dem Putztuch schließt. Das Unternehmen hat im Vergleich zur Waschtechnik von vor rund 80 Jahren die Dienstleistung so weit verbessert, dass sowohl Energie als auch Wasser eingespart werden. Mit der sogenannten Kaskadentechnik wird noch verwertbares Waschwasser aus den letzten Spülgängen herausgefiltert und für weitere Waschgänge verwendet. Dadurch spart das Textil-Unternehmen rund die Hälfte an Wasser gegenüber anderen Waschverfahren ein.
Beim Waschen von Putztüchern setzt Mewa auf Nachhaltigkeit
Auch rund 80 % des Energiebedarfs für Trockner- und Waschstraßen übernehmen quasi die Tücher. Denn die ausgewaschenen Schmutzstoffe – vorwiegend Altöle aus den Putztüchern – werden thermisch wiederaufbereitet. „So können etwa 99 % des Öls direkt aus dem Abwasser geholt werden und in speziellen Brennanlagen für das Aufheizen von Wasser und Betriebsräumen genutzt werden“, erklärt Matthias Zoch, Leiter Produktionstechnik bei Mewa. Die Firma spart so jährlich fast 7 Mio. l Heizöl.
Das Putztuch wurde 2013 als nachhaltigstes Produkt ausgezeichnet
In den Unternehmensbetrieben werden nicht nur schmutzige Tücher gewaschen, sondern auch neue produziert. Pro Sekunde entstehen fünf Tücher in der hauseigenen Weberei in Immenhausen bei Kassel. Insgesamt stellt die Firma rund 111 Mio. Tücher im Jahr her. 2013 wurden die Mehrweg-Putztücher unter die besten drei der Kategorie „Deutschlands nachhaltigste Produkte und Dienstleistungen“ des Deutschen Nachhaltigkeitspreises gewählt. Das Tuch weiß nichts von dem Ruhm und leistet weiter seine wichtigen Dienste – allgegenwärtig in der Ecke einer jeden Werkstatt.
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