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Auslandsstandorte

Mexiko bleibt das wichtigste Tor zum US-Markt

| Autor/ Redakteur: David McQueen / Stéphane Itasse

Während einige Unternehmen die globalen Marktveränderungen mit Sorge beobachten, spricht heute mehr für Investitionen in eine Fertigung in Mexiko als je zuvor.

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Hightechfertigung ist in Mexiko schon lange kein Fremdwort mehr. Politische Umstände machen den Standort jetzt interessanter.
Hightechfertigung ist in Mexiko schon lange kein Fremdwort mehr. Politische Umstände machen den Standort jetzt interessanter.
(Bild: Tetakawi)

Mexikos führende Industriezweige haben zahlreiche Zulieferer angezogen. Dennoch bestehen Lücken in der Lieferkette, welche die Gelegenheit bieten, in ein Marktumfeld mit eher wenig Wettbewerb einzusteigen.

Während die Unsicherheit in der Weltwirtschaft zunimmt, ist eine Investition in Mexiko als vergleichsweise sicher zu bewerten. Die Neufassung des Nafta-Abkommens (USMCA) mag noch auf die Verabschiedung durch den US-Kongress warten, aber viele der Grundsätze in dem Dokument stimmen mit den Zielen des mexikanischen Präsidenten Andrés Manuel López Obrador zur Verbesserung der Bedingungen für Arbeitnehmer in seinem Land überein. Eine Analyse des USMCA-Abkommens durch die U. S. International Trade Commission (ITC) stellte fest, dass Lohnerhöhungen eher auf lange Sicht zu erwarten sind, was den Herstellern vor Ort Zeit gibt, sich anzupassen. Die ITC-Berichte prognostizieren außerdem, dass der zu erwartende Anstieg der Löhne aller Voraussicht nach durch eine bessere Verfügbarkeit technisch qualifizierter Arbeitskräfte und Produktivitätssteigerungen mit entsprechenden Umsatzzuwächsen ausgeglichen wird.

Mexiko profitiert vom Handelskrieg zwischen den USA und China

Der Handelskrieg zwischen den USA und China stellt ein weiteres Argument für Investitionen in Mexiko dar. Hersteller, die den US-Markt ohne die anhaltende Gefahr von Zöllen erschließen wollen, werden in Mexiko fündig.

Bei den wichtigen Industriebranchen ist die mexikanische Automobilindustrie eng in die nordamerikanische Lieferkette integriert. Nach den neuen Regeln des Freihandelabkommens USMCA sind Hersteller gezwungen, bestimmte Anteile eines Produkts nachweislich in Nordamerika zu fertigen. Das hat dazu geführt, dass viele globale Automobilzulieferer ihre Aktivitäten nach Mexiko verlagern, um diese Quoten erfüllen zu können.

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Die Luft- und Raumfahrtindustrie umfasst rund 300 Produktionsunternehmen und macht fast die Hälfte der ausländischen Direktinvestitionen des Landes aus. Da die Branche an der Entwicklung fortschrittlicher Flugzeuge arbeitet, benötigen die großen Flugzeugbauer vor Ort wie Bombardier, Airbus und Aernnova entsprechende Maschinen, um ihre Produktion auf ein neues Level zu heben.

Eine weitere dynamische Branche ist die Medizintechnik. Allein im Jahr 2018 exportierten knapp 650 Unternehmen Medizintechnik im Wert von über 9 Mrd. US-Dollar. Dieser sich schnell entwickelnde Markt braucht eine Lieferkette, die sowohl sehr anpassungsfähig ist als auch kurze Wege hat.

Auch der Markt für die Elektronikfertigung in Mexiko bleibt dynamisch. Die Branche ist im Windschatten der drei anderen groß geworden und hat sich inzwischen etabliert. Da die Zölle auf China den Druck auf die Elektronikhersteller erhöhen, sehen viele Mexiko als eine Alternative.

Herausforderungen am Standort Mexiko lassen sich bewältigen

Dennoch gibt es einige Herausforderungen beim Aufbau eines Fertigungsstandortes in Mexiko. Wie in vielen Ländern ist die Bürokratie komplex und lässt häufig wenig Spielraum für Fehler. Diese Herausforderung lässt sich jedoch mit Vorausplanung oder einem Partner vor Ort meistern. Andere Probleme, insbesondere Kriminalität und Korruption, können durch Sensibilisierung und Wachsamkeit weitgehend vermieden werden. Die meisten der mehr als 40 Millionen Besucher, die jedes Jahr nach Mexiko kommen, kommen nie mit Kleinkriminalität oder Korruption in Berührung.

Mexiko ist aufgrund seiner Nähe zum US-Markt und der geringen Eintrittsbarrieren seit Langem für ausländische Investoren attraktiv. Diese Faktoren werden sich nicht ändern, aber die Infrastruktur wird sich weiter verbessern. Mit seinem außenwirtschaftsfreundlichen Umfeld und mehr Freihandelsabkommen als jedes andere Land bietet Mexiko Bedingungen, unter denen die Fertigungsindustrie kontinuierlich wächst.

* David McQueen ist Director Consulting Services bei Tetakawi in AZ 85710 Tucson (USA)

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