Rieger Mini-Hohlladung zertrümmert abgebrochene, feststeckende Werkzeuge
Wer kennt das Problem nicht: Beim Bohren oder Gewindeschneiden hat sich das Werkzeug festgefressen und ist abgebrochen. In mühsamer, lang dauernder Kleinarbeit per Erodierverfahren wird der im Werkstück steckende, abgebrochene Bohrer oder Gewindebohrer herausgebrannt. Schneller geht es nun mit einer Entwicklung, die sich die Explosivkraft von Sprengstoff zunutze macht.
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Im Rahmen eines geförderten Projektes entwickelte Bernhard Rieger, Inhaber des gleichnamigen Unternehmens in Tauberbischofsheim, wissenschaftlich unterstützt von Prof. Dr. Peter Elsner, Leiter des Fraunhofer-Instituts für chemische Technologie in Pfinztal, und Dr. Thomas Keicher, stellvertretender Abteilungsleiter am Institut, eine miniaturisierte Hohlladung, deren Sprengstoff in der Lage ist, im Mikrosekundenbereich einen detonativen dynamischen Druck von mehr als 200 kbar zu erzeugen, der zu einer hohen Auftreffgeschwindigkeit der Kupfermasse der Hohlladung führt.
Abgebrochene Hartmetallstifte oder Gewindebohrer leicht entfernen
Beim heraustreiben von abgebrochenen Hartmetallstiften/Zähnen in Bohrmeißelkronen hat sich dieses Explosivverfahren bereits ebenso bewährt wie beim Entfernen abgebrochener Gewindebohrer (Bilder 1 bis 4 – siehe Bildergalerie). Gerade dort, wo wegen der Größe oder des Standorts das „Corpus Delicti“ nicht für das Erodieren in Betracht kommt, beispielsweise bei Vortriebswerkzeugen im Untertage- oder Tunnelbau, kann das Explosivverfahren seine Stärken ausspielen. „Ein weiterer Vorteil ist“, so Rieger, „dass auch nichtmetallische Werkstoffe wie Hochleistungskeramik ausgeräumt werden kann.“
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