Glanzdrehen/Glanzfräsen

Mit Diamantwerkzeugen Bauteile auf Hochglanz drehen und fräsen

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Beim Fräsen eines Zylinders schräg zu seiner Achse sind die sich drehenden Werkstücke und Werkzeuge in ihren Achsbewegungen so aufeinander abgestimmt, dass jeweils nur ein Werkzeug im Eingriff ist und dabei den Hochglanzeffekt an der ellipsenförmigen Fräsfläche erzeugt. Das Werkzeug arbeitet nicht im Rücklauf, sondern wird außerhalb der zu fräsenden Fläche wieder an die Wirkstelle gefahren.

PKD-Wendeschneidplatte zum Vorarbeiten und Diamantplatte zum Schlichten

Dank einer weiteren Kooperation mit der Firma Urma sind die Horn-Schneidplatten zum Fräsen auch auf dem Ausdrehkopf Urma-Intra-Max einzusetzen (Bild 4). Dabei wird mit einer PKD-Wendeschneidplatte vorbearbeitet und mit der Diamantplatte geschlichtet. Der Vorteil: Vor- und Fertigbearbeitung erfolgen in einem Durchgang.

Durch Glanzdrehen oder -fräsen lassen sich an Werkstücken aus Gold, Silber, Platin, Nickel, Messing, Aluminium, Kupfer und Rotguss (Bronze) sowie aus Kunststoffen wie Acryl, Polycarbonat, Polyvinylchlorid, Polyethylen und Polyoxymethylen Oberflächen erzeugen, die mit der eines Spiegels vergleichbar sind. Nacharbeiten durch Schleifen oder Polieren sind nicht mehr erforderlich.

Im Gegensatz zum Polieren werden die Konturen und Maße genau beibehalten und es entstehen dekorative Außen- und Innenkonturen ohne sichtbare Drehspuren mit Radien bis 0,1 mm. Die gemittelte Rauhtiefe Rz beträgt weniger als 0,01 μm.

Flugzeugindustrie überfräst die Kunststoff-Fenster

Genutzt werden diese Verfahrensvorteile beim Herstellen von metalloptischen Komponenten, Laserspiegeln, konkav oder konvex geformten Spiegeln, Laserteleskopen, Toroidspiegelflächen, mechanischen Präzisionskomponenten, Schmuck, Schreibgeräten und anderen technisch und optisch anspruchsvollen Gegenständen, die nur mit geometrisch bestimmter Schneide herstellbar sind. Auch die Flugzeugindustrie nutzt die Diamantwerkzeuge. Bei Wartungsarbeiten werden die Kunststoff-Fenster überfräst, so dass die Passagiere wieder einen ungehinderten Blick nach außen haben.

Um die ebenen, gleichmäßigen und hochglänzenden Oberflächen zu erreichen, muss die Dreh-/Fräsmaschine im Genauigkeitsbereich bis 2 nm arbeiten, was unter anderem hydrostatische Lager und luftgelagerte Spindeln sowie vibrationsfreie Antriebe und konstante Vorschubbewegungen voraussetzt. Solche Ultra-Präzisionsmaschinen erreichen beispielsweise eine Formgenauigkeit von 0,1 μm auf 100 mm Durchmesser.

PKD- und HM-Schneidplatten für die Vorstufe zur Hochglanzbearbeitung

Als Vorstufe für die Hochglanzbearbeitung werden die Flächen üblicherweise mit PKD- oder HM-Schneidplatten bei einem Aufmaß von 0,02 bis 0,05 mm vorbearbeitet. Aus Gründen des Oberflächenschutzes empfiehlt es sich dann, den Arbeitsablauf weitgehend zu automatisieren, gegebenenfalls sogar unter Reinraumbedingungen zu arbeiten. Die Mitarbeiter müssen Handschuhe tragen, um Fingerabdrücke zu vermeiden.

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