Schneidverfahren

Mit Feinschneiden zu einbaufertigen Multifunktionsteilen

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Ähnlich verhält es sich bei der Integration von vormaligen Nachfolgeoperationen in den Hauptprozess. Auch hier ist das Thema mit den Möglichkeiten eines Werkstückhandlings außerhalb des durchlaufenden Materialstreifens verknüpft. Ein typisches Beispiel ist die Verknüpfung von Feinschneiden (mit Gratbildung) mit anschließendem Gratprägen der Flachteile und einem Biegeprozess als Abschluss.

Die Anordnung dieser Prozessschritte geschieht vorteilhaft punktsymmetrisch zur Pressenmitte und ist damit auch frei von den Nachteilen einer Schrägstellung der Pressentische unter außermittiger Last. Damit verbunden ist das Standzeitverhalten der hochpräzisen Werkzeugelemente. Dies zeigt sofort Vorteile in der Laufzeit der Werkzeuge, ohne dass ein Nachschleifen nötig wäre. Auch Geometrietoleranzen an den Produktionsteilen reagieren positiv auf diesen kräftebalancierten Prozess. Das Integrieren mehrerer Bearbeitungsstufen innerhalb eines Werkzeuges macht die Teileherstellung noch schneller und ökonomischer (Bild 6).

Mit einer genauen Planung lassen sich Materialkosten einsparen

Ein weiterer Punkt betrifft die Reduktion des Materialverbrauches pro Produktionsteil. Das Material ist wertvoll und oft mit bis zu 50 % für die Stückkosten der Teile verantwortlich. Die Stegbreite außerhalb der Schnittkonturen sowie der Platzbedarf für Hilfsfunktionen im Streifengitter sollen maximal reduziert werden können. Der Schlüssel zum Erfolg liegt bereits am Anfang der Planungsphase. Nur ein frühzeitiges Zusammenspiel von Bauteilgestaltung, Werkstoffen und Werkzeugdesign ergibt ein optimales Resultat. Hier liegt der Erfolg bei den Prozessingenieuren.

Die Weichen dafür werden bereits am Anfang der Gestaltung des Streifenbildes gestellt. Die positiven Erfahrungen der neusten Anwendungen deuten klar auf ein großes Potenzial hin. Das Konzept, Folgevorgänge nach dem Feinschneiden außerhalb des Streifens zu verlegen, ist ein Beitrag zur Sicherheit der Produktion und je nach Layout-Konzept werden spürbar Material und somit auch Kosten eingespart.

Die Entwicklung der hier beschriebenen Trendrichtungen lassen künftig noch große Schritte für die Feinschneidtechnologie erwarten, um die Verfahrensgrenzen zur Teileherstellung zu erweitern.

* Dipl.-Ing. Willi Grimm ist Senior Supervisor Werkzeuge bei der Feintool Technologie AG in 3250 Lyss (Schweiz).

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