Digitalisierung von Fertigungsbetrieben Mit Komplettlösungen zur Smart Factory im Maschinenbau

Ein Gastbeitrag von Chiara Cuvillier*

Anbieter zum Thema

Ein Metall- und Maschinenbauer aus dem Saarland hat sich der Aufgabe gestellt, seine Prozesse vollständig digitalisiert abzubilden und umzusetzen. Das Insellösungen das übergreifende Abarbeiten erschweren, entschied sich das Unternehmen für eine Komplettlösung.

Eine spezialisierte Komplettlösung für Fertigungsbetriebe vereint in sich Funktionen für sämtliche Abläufe in Fertigungsunternehmen.(Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
Eine spezialisierte Komplettlösung für Fertigungsbetriebe vereint in sich Funktionen für sämtliche Abläufe in Fertigungsunternehmen.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Als Spezialist für Metall-, Stahl- und Maschinenbau hat sich MTO Maschinenbau vor allem auf die Einzelteil- und Kleinserienfertigung mit bis zu maximal 50 Teilen je Serie fokussiert. Mit 22 Mitarbeitern bietet das Unternehmen mit Sitz im saarländischen Gersheim eine hohe Fertigungstiefe in seinen Produktionsabläufen und setzt Prozesse wie Blechbearbeitung, Lasern, Zerspanung mit CNC-Maschinen, Pulverbeschichtung sowie Schweißen als zertifizierter Schweiß-Fachbetrieb inhouse um. „Unser Anspruch ist, den Kunden alles aus einer Hand zu liefern“, so Oliver Oberinger, Geschäftsführer von MTO Maschinenbau. „Dank Inhouse-Produktion weitestgehend ohne Hinzunahme Dritter verfügen wir über ein Maximum an Kontrolle und Flexibilität zu Terminen und Projektabwicklungen. Produktionsanfragen durch Kunden können wir dadurch mit validen Terminankündigungen beantworten.“ Auch abseits klassischer Lohnfertigungsaufträge stehen eigene Entwicklungs-, Konstruktions- und Berechnungskapazitäten bereit.

Das Tagesgeschäft ist davon geprägt, dass stetig neue Produkte in die Fertigung gehen. „Typisch ist für uns als Einzelteil- und Kleinserienhersteller, dass die herzustellenden Produkte schnell wechseln. Nur sehr selten gehen Teile in die Fertigung, die sich ständig wiederholen“, erläutert Oberinger und ergänzt: „Das bedeutet für uns natürlich gewisse Herausforderungen – sowohl im Büro als auch direkt in der Fertigung.“

Hohe Prozesskomplexität in der Fertigung: Höchstmaß an Flexibilität ist gefordert

Als junges Unternehmen mit fünf Jahren Firmenbestand musste MTO Maschinenbau seine Systemlandschaft von Grund auf aufbauen. Die Prozesse waren zwar definiert und robust; allerdings waren sie aufwendig in ihrer Realisierung, da kein Tool zur Verfügung stand, das sie einheitlich abbilden und in der Umsetzung erleichtern konnte. „Alle Abläufe haben wir anfangs ganz klassisch mit Excel bewältigt: von der Angebotserstellung über die Auftragsannahme und –kalkulation bis hin zur Rechnungsstellung“, berichtet Oberinger. „Pro Tag war so vielleicht eine Angebotserstellung möglich. Als das Unternehmen wuchs, waren dann aber bis zu 20 Angebote pro Tag nötig. Mit Excel wäre das ein hoher personeller Aufwand geworden, der mindestens zwei bis drei Mitarbeiter allein für die Erstellung der Angebote blockiert hätte“.

Die Ineffizienz in den Prozessen war offenkundig. Deshalb hat Oberinger mit seinen Kollegen den Markt an ERP-Lösungen sondiert, um passende Tools zu finden. Oberinger: „Wichtig war für uns vor allem, dass die Lösung cloudbasiert ist und per Browser bedient werden kann. Vor-Ort-Installationen, also on-premise-Lösungen, schieden daher aus. Außerdem war für uns als eher kleines Unternehmen eine geringe Investitionssumme maßgeblich.“ Schnell stellte sich aber heraus, dass verfügbare cloudbasierte Lösungen vor allem in Richtung Handel oder Agentur- oder Projektarbeit ausgerichtet sind. Fertigungsbetriebe haben allerdings komplexere Prozesse – von der Kalkulation, Arbeitsvorbereitung, Planung und Produktionssteuerung bis zu Versand und Qualitätssicherung. Fertigungsunternehmen benötigen hier eine Lösung, die sich den individuellen Ansprüchen anpasst und entsprechend umfangreich und flexibel ist.

Automation Pro für Fertigungsbetriebe vereint in sich Funktionen für sämtliche Abläufe in Fertigungsunternehmen.(Bild:  Rapidfacture)
Automation Pro für Fertigungsbetriebe vereint in sich Funktionen für sämtliche Abläufe in Fertigungsunternehmen.
(Bild: Rapidfacture)

Als besonders geeignet sahen Oberinger und seinen Kollegen die Software Automation Pro von Rapidfacture. Die Software kann auf dem eigenen Server oder in der Cloud betrieben werden. „Große wie kleine Unternehmen setzen heute vermehrt auf Cloud-Lösungen, überlassen die IT-Infrastruktur dem Spezialisten und sparen damit Kosten. So kann von allen Geräten aus ohne Installation oder auch aus dem Homeoffice gearbeitet werden“, so Felix Furtmayr, CEO von Rapidfacture. Als spezialisierte Komplettlösung für Fertigungsbetriebe vereint die Software in sich Funktionen für sämtliche Abläufe in Fertigungsunternehmen, die in der Regel von hoher Prozesskomplexität geprägt sind. Damit umgeht Automation Pro von Rapidfacture die größten Schwächen alternativer Prozessabbildungen mit heterogenen Lösungslandschaften: „Das sind vor allem mangelnde Datenflüsse zwischen den Einzellösungen und hohe Aufwände für Integration und Pflege von Schnittstellen. Vollintegrierte Komplettlösungen bieten dagegen schon im Standard ein durchgängiges Konzept, sodass in jedem Arbeitsschritt alle nötigen Informationen zur Verfügung stehen“, ergänzt Furtmayr. Deshalb kam die Software den Anforderungen von MTO Maschinenbau am weitesten entgegen wir Oberinger betont: „Flexibilität, Customizing und nicht zuletzt die Branchenspezialisierung bei Rapidfacture haben den Ausschlag dafür gegeben, dass wir uns für Automation Pro entschieden haben. Damit können wir durchgehend für alle Prozessschritte eine Lösung anwenden und den Datenfluss sicherstellen. Reibungspunkte, die sonst bei Nutzung von Einzellösungen je Teilaufgabengebiet anfallen, sind passé.“

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

Schrittweise Implementierung führt zu deutlicher Vereinfachung der Abläufe

Um keinen Unternehmensbereich zu überfordern und um etwaiges Chaos sowie eventuelle Reibungen zu vermeiden, führte MTO Maschinenbau Automation Pro Schritt für Schritt ein. „Für uns hat es sich im Nachhinein als richtig erwiesen, Automation Pro bereichsweise zu implementieren, damit ein einwandfreier Betrieb allmählich entstehen kann“, so Oberinger. „Außerdem sollten erst die Prozesse angegangen werden, in denen am meisten und am ehesten eine Erleichterung erreicht werden konnte.“ Dafür hat Automation Pro zunächst in den Aufgabenbereichen Kalkulation und Buchhaltung Excel als Behelfstool abgelöst und schließlich auch in der Produktionsplanung. Zuletzt ist der Roll-out in der Projekt-Nachkalkulation erfolgt.

Seitdem hat Automation Pro die Arbeit bei MTO Maschinenbau spürbar verbessert und deren Effizienz gesteigert. So sind beispielsweise schnelle Umplanungen möglich – einmal vorgenommene Änderungen ziehen sich automatisch durch sämtliche Aspekte eines Auftrags und es müssen keine Doppelerfassungen vorgenommen werden, weil alle Daten konsistent an einer Stelle gespeichert sind. „Das ‚Leben‘ unserer Prozesse hat sich stark vereinfacht. Unsere Angebotserstellung zum Beispiel läuft etwa 90 Prozent schneller als vorher. Die Lösung schafft Leitplanken und hilft so, die Abläufe im täglichen Arbeitsleben schlank zu halten. Das kommt auch bei unseren Mitarbeitern sehr gut an!“, so Oberingers Resümee. Denn gerade die Einfachheit der neuen Prozessgestaltung durch die Lösung fördert die Akzeptanz durch die Belegschaft. So auch bei Nachberechnungen zu Projektkalkulationen: „Zuvor haben wir Arbeitszeiten als Rückmeldungen der Mitarbeiter anhand von Laufzetteln erfasst – das war ein extrem aufwendiger administrativer Prozess“, erklärt Oberinger. „Aber jetzt erfasst Automation Pro über ein Maschinencockpit-Terminal an jeder Maschine im Hintergrund automatisch die Arbeitszeit, sobald die Maschine aktiviert wird. Das System stoppt dann die Arbeitszeit, bucht sie ein und schreibt sie ins Projekt – alles vollautomatisch.“ Im Nachgang des Arbeitsvorganges kann bereits direkt gegenübergestellt werden, was bei Kalkulation des Projekts veranschlagt wurde und was tatsächlich an Arbeitszeit angefallen ist. „Für diese Transparenz fällt nun keinerlei administrativer Aufwand mehr an – das ist ein echter Fortschritt“, fügt Oberinger hinzu.

Für die Planung benötigen Fertigungsunternehmen eine Lösung, die sich den individuellen Ansprüchen anpasst und entsprechend umfangreich und flexibel ist.(Bild:  Rapidfacture)
Für die Planung benötigen Fertigungsunternehmen eine Lösung, die sich den individuellen Ansprüchen anpasst und entsprechend umfangreich und flexibel ist.
(Bild: Rapidfacture)

Materialeinkauf als weiterer Meilenstein für Digitalisierung und Optimierung

Als Nächstes will MTO Maschinenbau mit Rapidfacture auch den Bereich Einkauf digitalisieren und mit Automation Pro optimieren. „Sämtliche Einkaufsprozesse, die wir haben, kann Automation Pro leider noch nicht ganz abbilden. Sicher ist aber, dass die Prozesse in Zusammenarbeit mit Rapidfacture bald unseren genauen Vorstellungen entsprechen werden“, merkt Oberinger an. Furtmayr weist dabei – gerade vor dem Hintergrund aktueller Krisen – auf die gestiegene Bedeutung des Beschaffungswesens hin: „Derzeit müssen aufgrund der Preisschwankungen laufend Materialpreise angefragt werden. Regulär sind solche Preise sonst über mehrere Monate gültig. Wir begegnen dem nun, indem wir echtzeitbasierte Preise von Materialhändlern in die Kalkulation mit Automation Pro hineinbringen.“

Fertigungsunternehmen benötigen aufgrund der hohen Komplexität in ihren Prozessen einfach zu bedienende Softwarelösungen, die alle Flüsse von Informationen und Materialien abbilden. So bringt das System alle produktions- und betriebsrelevanten Daten an einer Stelle konsistent zusammen und schafft einheitliche, transparente und übersichtliche Datenlagen. Da ein Flickteppich an unterschiedlichen Anwendungen mit Schnittstellen den dafür nötigen Datenfluss behindert, sind Software-Komplettlösungen besser für den Einsatz geeignet – so auch bei MTO Maschinenbau, das als Lösung Automation Pro von Rapidfacture einsetzt und damit vollintegrierte Arbeitsweisen geschaffen hat. Im Ergebnis profitiert MTO Maschinenbau von Flexibilität und Customizing sowie einheitlichen automatisierten Datenerfassungen der Software, da sie die Prozesse durchgehend schlanker, einfacher und effizienter gestaltet als vorher eingesetzte Standardsoftware.

Mehr Effizienz im Presswerk

Die Fachtagung von MM MaschinenMarkt und blechnet

Presswerke sind eine Millioneninvestition, entsprechend viel Output erwartet man von ihnen. Wie lassen sich Kosten senken und die Effizienz erhöhen? Vor dem Hintergrund der Herausforderungen von Qualität, Flexibilität, sinkenden Losgrößen und Verfügbarkeiten gilt es die Produktion für den steigenden Kostendruck fit zu machen. Lösungen, die Sie sofort in Ihrem beruflichen Alltag unterstützen, finden Sie als Entscheider auf unserer praxisnahen Fachtagung.

* Chiara Cuvillier arbeitet als Journalistin für Wordfinder.

(ID:48628583)