Gleitschleifen

Mit Schleppschleiftechnik Implantate feinstbearbeiten

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Parallel dazu entwickelte man besondere Kunststoffschleifkörper, die erstmalig bei hohem Werkstoffabtrag geringste Oberflächenrautiefen am Werkstück erreichen. Mit einem Rz-Wert von 0,2 μm nach dem Feinschleifvorgang werden ideale Voraussetzungen für die finale Hochglanzpolierstufe geschaffen (Bild 2).

Stoßfreie Bearbeitung sehr komplexer Geometrien

Das Schleppschleifen und -polieren ist ein Spezialprozess des Gleitschleifens. Die Werkstücke – die Implantate – werden von speziell geformten Werkstückhaltern aufgenommen und können sich während der gesamten Bearbeitungszeit nicht berühren oder gar zusammenstoßen (beschädigungsfrei). Zur Umsetzung kommt das Gesamtverfahren in einer von Rösler konzipierten Kompakt-Schleppschleifanlage:

Auf einer Rotationsscheibe befinden sich vier Arbeitsstationen. Scheibe und Stationen können in ihrer Drehzahl dem wechselnden Werkstückspektrum spezifisch angepasst werden. So ist bei Femur-Teilen jede Arbeitsstation mit Aufnahmen für sechs Werkstücke ausgestattet. Folglich werden 24 Kniegelenke gleichzeitig bearbeitet. Um der besonders komplexen Geometrie und der unterschiedlichen Größe der Werkstücke Rechnung zu tragen, lassen sich die Arbeitsstationen auch radial verschieben und im Winkel verstellen. Die Konstruktion der schnell wechselbaren Werkstückträger verkürzt und erleichtert das Auf- und Abspannen der Bauteile.

Kreislaufführung des Prozesswassers sorgt für Umweltverträglichkeit

Die ersten beiden Verfahrensschritte umfassen das Vorschleifen mit keramischen Schleifkörpern und ein Feinschleifen mit Kunststoffschleifkörpern. Beides sind Nassprozesse. Sie werden mit Prozesswasser aus einer im Anlagenkonzept angegliederten Kreislaufanlage versorgt. Dies wirkt sich besonders positiv auf Fertigungskosten aus. Aufgrund der Kreislaufführung des Prozesswassers arbeiten beide Scheifprozesse sehr umweltverträglich. Der dritte Verfahrensschritt – das Hochglanzpolieren – ist ein Trockenprozess: Speziell präpariertes Poliermedium erzeugt einen verzerrfreien Spiegelglanz auf der Werkstückoberfläche.

Rüdiger Böhm ist Prokurist und Leiter des Testzentrums bei der Rösler Oberflächentechnik GmbH in Untermerzbach.

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