Bohren Mit VHM-Bohrer sind kleine Löcher bei hoher Fluchtungsgenauigkeit möglich

Autor / Redakteur: Peter Hedrich / Rüdiger Kroh

Mikrotechnik ist auf dem Vormarsch, denn Produktkomponenten werden immer winziger. Für die Herstellung sind Werkzeuge in kleinsten Größen erforderlich. Geringere Bohrerdurchmesser und größere Längenverhältnisse sind deshalb gefragt. VHM-Kleinstbohrer mit und ohne Innenkühlung sorgen mit ihrem Aufbau und ihrer Geometrie für hohe Schnittgeschwindigkeiten und mehr Prozesssicherheit.

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Der Trend zur Miniaturisierung ist ungebrochen. Für die immer kleineren und filigraneren Bauteile benötigt die Industrie auch kleinere Werkzeuge, die mit höchster Genauigkeit arbeiten. Der Werkzeugspezialist Kempf aus Reichenbach/Fils bietet mit Vollhartmetall-Bohrern leistungsfähige Kleinstwerkzeuge im Bereich von 0,8 bis 3 mm an. Ab einem Durchmesser von 1 mm gibt es die Werkzeuge auch mit Innenkühlung.

Ob mit oder ohne Innenkühlung – die VHM-Kleinstbohrer sind mit einem verstärkten Schaft ausgestattet. Er verleiht den Bohrern besondere Stabilität, damit sie bis zu einer Bohrtiefe von 12 × D prozesssicher arbeiten. Die hochwertigen ZX1- und ZX2-Beschichtungen schützen vor Verschleiß und sorgen so für eine höhere Standzeit.

Hohe Prozessgeschwindigkeiten werden durch spezielle Schneiden- und Nutengeometrien gesichert. Der besondere Spitzenanschliff sowie das spezielle Nutprofil führen zu kontrolliertem Spanbruch und guter Spanabfuhr. Für hohe Zentriergenauigkeit wurde die Ausspitzung der VHM-Kleinstbohrer optimiert. Damit entstehen hohe Bohrpräzision und Fluchtungsgenauigkeit.

Bohren kleinster Löcher in vielen Werkstoffen möglich

Die VHM-Kleinstbohrer von Kempf haben ein breites Einsatzspektrum in vielen Werkstoffen. Mit und ohne Innenkühlung sind sie in legierten und unlegierten Stählen, Guss- und Inox-Werkstoffen sowie NE-Metallen einsetzbar. Je nach Werkstoff sind Schnittgeschwindigkeiten von 20 bis 250 m/min möglich.

Bei der Fertigung von Bauteilen auf Rundtaktmaschinen bestimmen die Stationen mit längeren Bearbeitungsphasen die Taktzeiten. Durch die Innenkühlung sind weniger Entspanzyklen notwendig und so werden kürzere Taktzeiten ermöglicht. Dadurch arbeiten VHM-Kleinstbohrer wirtschaftlicher als konventionelle Kleinbohrer. Außerdem sorgt die Innenkühlung für mehr Prozesssicherheit: Durch die innenliegenden Kühlkanäle erhalten die Schneiden eine optimale Kühlung und Schmierung, außerdem werden die Späne gut ausgespült. Als Kühlschmiermittel empfiehlt Kempf Schneidöl oder eine zehnprozentige Emulsion mit Hochdruckzusätzen. Der empfohlene Kühlmitteldruck ist durchmesserabhängig, sollte aber mindestens 25 bar betragen.

Schrumpf- oder Hydrodehnspannfutter empfohlen

Als Spannmittel empfiehlt der Werkzeughersteller Schrumpf- oder Hydrodehnspannfutter mit einem maximalen Rundlauffehler unter 0,01 mm. Besonders gut geeignet sind Schrumpffutter. Sie ermöglichen hohe Rundlaufgenauigkeit und dabei eine flächenschlüssige Verbindung von Werkzeug und Aufnahme.

Die Besonderheit der VHM-Bohrer ist die Flexibilität ihrer Produktion. Die Mikrobohrer können ohne Innenkühlung in allen Zwischenabmessungen oder als Stufenbohrer in kürzester Zeit hergestellt werden. Kempf liefert sie innerhalb einer Woche ab einer Menge von zehn Stück. Der Kunde kann den Nenn-Durchmesser auf den Hundertstelmillimeter genau festlegen. MM

Peter Hedrich ist Geschäftsführer der Kempf GmbH, 73262 Reichenbach/Fils

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