Retrofit Modernisierung bringt alte Großwerkmaschinen auf den Stand der Technik

Autor / Redakteur: Michael Utsch / Bernhard Kuttkat

Ältere Großwerkzeugmaschinen zeichnen sich durch großzügig dimensionierte, stabile Gestellbaugruppen aus Guss aus. Allerdings genügen die Steuerungs- und Antriebstechnik nicht mehr den Anforderungen einer produktiven Fertigung. Durch die Modernisierung entsteht mit vertretbarem Aufwand eine moderne, leistungsfähige Maschine.

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Außer mit der Fertigung von neuen Maschinen befasst sich Rottler mit der komplexen Modernisierung von gebrauchten Großwerkzeugmaschinen unterschiedlicher Fabrikate. Auch bei optimaler Wartung bedarf eine gute Werkzeugmaschine nach Jahren produktiven Einsatzes einer Überholung oder Modernisierung.

Ältere Maschinen entsprechen größtenteils nicht den Bedingungen für den Einsatz moderner Werkzeuge und Messmittel. Außerdem können neben der Leistungssteigerung die Rüst- und Nebenzeiten drastisch gesenkt werden. Durch die Kombination von Erfahrungen aus Neumaschinenbau, Überholungen unterschiedlicher Maschinentypen und umfangreichen Reparatur- und Wartungsverträgen kann eine optimale Modernisierung der Maschine gewährleistet werden, wie sich am Beispiel der Deutschen Edelstahlwerke, eines der größten Hersteller von Werkzeugstählen weltweit mit einer jährlichen Kapazität von etwa 1 Mio. t Versandmenge über die gesamte Produktpalette, zeigt.

Kapazitätssteigerung durch Modernisierung

Für den Bereich Bearbeitung und Service, in dem die Zerspanungskapazität des Unternehmens gebündelt ist, wurde in einem gemeinsam mit Rottler entwickelten Konzept eine gebraucht gekaufte Bearbeitungsmaschine modernisiert, um die Kapazität auszuweiten. Vom Kauf einer Neumaschine wurde aus Kostengründen Abstand genommen, da eine neue Maschine mit vergleichbarer Steifigkeit und Auslegung der Führungen weitaus teurer gewesen wäre. Des Weiteren erfolgte die Modernisierung einer zweiten, bereits vorhandenen Maschine auf dem neuesten Stand der Technik hinsichtlich der Zerspanungsgenauigkeit, Ergonomie sowie der Arbeitssicherheit.

Zunächst wurde die gebraucht gekaufte Bohle-Mastercenter T1/125 × 150, Baujahr 1987, überholt. Das Maschinenbett wurde umgebaut, der Maschinentisch überholt, die Einhausung angepasst, ein neuer Späneförderer und eine neue Kühlschmiermittleranlage integriert. Außerdem wurde die Elektrik komplett erneuert und eine neue Steuerung Siemens 840 D installiert.

Die zweite Maschine, ein Ingersoll-Bohle Master Center MCP-S1500-T1 3000, Baujahr 1992, wurde komplett mechanisch und elektrisch (Umrüstung auf Steuerung Sinumerik 840 D) überholt und durch die erfahrenen Spezialisten von Rottler wieder auf den neuesten Stand der Technik gebracht.

Unter Einbeziehung des Kunden und seiner spezifischen Erfahrungen bei der Bearbeitung spezieller Werkstücke erfolgte eine Ausarbeitung von Vorgaben mit Zielsetzungen und Lösungsvorschlägen. Auf Basis einer umfangreichen Kostenanalyse der zu modernisierenden Maschine wurde eine Kosten-Nutzen-Rechnung erstellt.

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