Gewindebohren Modularer Gewindebohrer reduziert die Werkzeugkosten

Autor / Redakteur: Diethard Thomas und Herbert Bartczak / Rüdiger Kroh

Das Erfolgsrezept eines modularen Gewindebohrers liegt in der Kombination eines verschleißfesten Hartmetallkopfes mit einem zähen Stahlschaft als lösbare Verbindung. In der Praxis konnten so die Schnittgeschwindigkeit im Vergleich zu HSS-Gewindebohrern mehr als verdoppelt und die Werkzeugkosten um 50 % reduziert werden.

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Bild 1: Der modulare Gewindebohrer Xchange erlaubt höhere Schnittgeschwindigkeiten bei gleichzeitig gesteigerten Standzeiten.
Bild 1: Der modulare Gewindebohrer Xchange erlaubt höhere Schnittgeschwindigkeiten bei gleichzeitig gesteigerten Standzeiten.
(Bild: LMT)

Modulare Werkzeugsysteme gehören beim Fräsen, Drehen und Bohren seit Langem zum Stand der Technik. Ihre bewährten Vorteile bestehen vor allem in der schnellen und flexiblen Konfiguration verschiedener Werkzeugkomponenten zu bedarfsgerechten Präzisionswerkzeugen. Dadurch können sowohl Nebenzeiten der Maschine als auch der Werkzeugbestand an sich reduziert werden.

Modularer Gewindeformer und Gewindebohrer vereinen Stärke von Hartmetall und HSS

Zur Innengewindeherstellung, insbesondere zum Gewindebohren und -formen, waren jedoch modulare Werkzeuge am Markt nicht verfügbar. Erst vor einigen Jahren kreierten die Entwicklungsexperten von LMT Tools den modularen Gewindeformer HPF (High Performance Forming) und danach den modularen Gewindebohrer Xchange (Bild 1).

Neben den genannten Vorteilen ermöglichen diese Innovationen zusätzlich die Vereinigung der Stärken zweier Schneidstoffe: der Verschleißfestigkeit des Hartmetalls mit der Zähigkeit des Schnellarbeitsstahls (HSS). Dadurch gelang der prozesssichere Vorstoß in ganz neue Leistungsdimensionen.

Günstigere Torsionseigenschaften erlaubten nun wesentlich höhere Schnittgeschwindigkeiten bei gleichzeitig gesteigerten Standzeiten. Eine weitere Leistungssteigerung erfahren diese Werkzeugsysteme durch innere Kühlmittelzufuhr sowie durch die Verwendung des Synchrofutters vom LMT-Allianzpartner Bilz (Bild 2 – siehe Bildergalerie).

Kombination von zähen Stahlschaft mit einem Hartmetall-Gewindekopf

Gewindebohrer bestehen heute noch zu etwa 90 % aus Schnellarbeitsstahl, weil dieser Schneidstoff die besonders im Rücklauf geforderte Zähigkeit aufweist. Demgegenüber erfüllen Vollhartmetall-Gewindebohrer aus Feinstkornhartmetall immer noch nicht die Anforderungen erhöhter Prozesssicherheit in der Serienfertigung. Das Erfolgsrezept des neuen Gewindebohrers Xchange besteht daher aus der Kombination eines verschleißfesten Hartmetall-Gewindekopfes mit einem zähen Stahlschaft als lösbare Verbindung. Nach Standzeitende braucht lediglich der Gewindekopf ausgetauscht zu werden. Die maßgeschneiderte Beschichtung Polaris steigert zusätzlich die Lebensdauer.

Der Hauptvorteil des neuen Xchange liegt in den realisierbaren hohen Schnittgeschwindigkeiten, verbunden mit kurzen Takt- und Prozesszeiten und dadurch enorm reduzierten Fertigungskosten pro Gewinde. In zahlreichen Praxisanwendungen konnte die Schnittgeschwindigkeit im Vergleich zu HSS-Gewindebohrern mehr als verdoppelt werden.

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