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Dieser einkomponentige, flüssige Spezialdichtstoff, den Henkel unter dem Markennamen Loctite am Markt eingeführt hat, wird bereits von führenden Automobilherstellern im Antriebsstrang als FIP-Dichtung eingesetzt. Daraus hergestellte Dichtungen haben eine zehnmal niedrigere Kohlenwasserstoffpermeation als Silikondichtungen und werden deshalb insbesondere bei Motoren verwendet, um die Anforderungen an LEV (low emission vehicles) oder ULEV (ultra low emission vehicles) zu erfüllen. Speziell für das Loctite-MIP-Verfahren wurde dieser Dichtstoff weiterentwickelt und steht seit Kurzem auch als transparentes Material zur Verfügung. Der Vorteil: Innerhalb von Sekunden härtet der Polyacrylatdichtstoff unter UV-Licht aus (Bild 2).
Integrierte Flächendichtung überzeugt in der Praxis
Das Loctite-MIP-Verfahren besteht aus mehreren Schritten (Bild 3): In der Be- und Entladestation wird ein transparentes Formwerkzeug mit dem Bauteil verspannt. Form und Bauteil kommen danach in eine Einspritzstation. Dort wird der Spezialdichtstoff über eine Dosiernadel in die Form eingespritzt – bei niedrigem Druck und niedriger Raumtemperatur. Drucksensoren überwachen den Prozess.
Das Aushärten des flüssigen Dichtmaterials erfolgt innerhalb weniger Sekunden durch Bestrahlung. Dabei dringt das UV-Licht durch die transparente Form hindurch. Nach der Bauteilentnahme aus der Palette ist erneut eine kurze Bestrahlung notwendig, um auf der aufgespritzten Hochleistungsdichtung eine trockene Oberfläche zu erzielen.
Compoundieren und Vulkanisieren sind Geschichte
Für dieses Verfahren spricht insbesondere die Senkung der Produktionskosten. So entfallen das Compoundieren und Vulkanisieren. Beide Schritte sind bei der Herstellung herkömmlicher Kompressionsdichtungen aus Elastomeren erforderlich. Aufgrund des Wegfalls sind die Energiekosten deutlich niedriger und die Taktzeiten kürzer, weil lange Zeitspannen für das Nachvulkanisieren entfallen. Außerdem werden manuelle Arbeitsschritte eingespart.
Das Verfahren steigert daher die Qualität der Abdichtung und die Wirtschaftlichkeit. Darüber hinaus erhöht es die Produktionsflexibilität. Die Einspritzstation ist für die Verwendung multipler Formwerkzeuge ausgelegt. Daher lassen sich so auch geringe Stückzahlen kostengünstig und schnell produzieren. Die Loctite-MIP-Applikationstechnik liefert schlagkräftige Argumente.
Dipl.-Ing. Wolfgang Mayer arbeitet im technischen Kundenservice bei Henkel Adhesive Technologies in 85748 München.
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