Hybridmontage

Montagezelle für Steckergehäuse beinhaltet auch die Prüftechnik

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Drehmomentprüfung auf verfahrbarem Messdorn

Nach Fertigstellung des Steckergehäuses im Montagebereich eins – dort beginnt der manuelle Montageanteil für das nächste Gehäuse – transportiert ein pneumatischer Greifer das Steckergehäuse in X-Richtung zur Montage der Erdungsfeder. Dazu wird das Gehäuse um 90° gedreht und in vertikaler Richtung über den Aufnahmedorn geschoben, zentriert und anschließend fixiert.

Nach der Positionsbestätigung durch eine Abfrage in der Zentriereinrichtung fährt der Setzdorn in X-Richtung bis zur Einfädelposition über das Steckergehäuse und positioniert die Erdungsfeder in der Überwurfmutter. Danach startet das kraft- und weggesteuerte Bördeln. Anschließend fahren alle Setz- und Zentrierwerkzeuge in ihre Ausgangsposition zurück und die Drehmomentprüfung durch den auf einem separaten Drei-Achs-Linearsystem verfahrbaren Messdorn beginnt. Liegt das gemessene Drehmoment innerhalb der vorgegebenen Toleranz, gibt die Steuerung den weiteren Ablauf frei: Rückzug des Messdorns, Öffnen der Spannvorrichtung, Entnahme durch die Greifeinrichtung, Drehen um 90° in die Waagerechte und Ablegen auf dem Abfuhrband. N.-i.-O.-Teile werden über einen separaten Schacht automatisch entsorgt (Bild 3).

Die Erdungsfedern gelangen aus einem Rütteltopf über verschiedene Schikanen und einen Linearförderer lagegerecht in den Arbeitsbereich des Setzdorns. Dieser greift mit einem von JP Industrieanlagen entwickelten Vakuumgreifer jeweils eine Erdungsfeder. Nach der Anwesenheitskontrolle durch einen Vakuumsensor erfolgt die Freigabe zur Montage. Wegen der Empfindlichkeit der aus einer Kupfer-Messing-Legierung hergestellten Erdungsfedern – sie bestehen aus einem zylindrischen Unterteil mit einer Wandstärke von 0,1 mm und einem als Greifhilfe dienenden konisch zulaufenden Oberteil – waren handelsübliche Vakuumeinrichtungen nicht zu verwenden.

Mit der Eigenentwicklung konnten zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: Greifen der Erdungsfedern und Prüfen ihrer Unversehrtheit. Der die Taktzeit bestimmende Arbeitsgang ist das manuelle Einlegen der Montageteile mit Aufschieben der Überwurfmutter auf das Steckergehäuse. Dieser Arbeitsgang dauerte bei der Abnahme 6 s, zuzüglich der typenabhängigen Bestückungszeit durch den Bediener.

10 s wurden für das Bördeln und Prüfen der Erdungsfeder benötigt. Damit orientiert sich die gesamte Taktzeit an der überlappenden Arbeit von Bediener und Automat. Der Bediener kann bereits nach dem Aufschieben der Überwurfmutter und dem Weitertransport des Steckergehäuses zur Montage der Erdungsfeder den nächsten Einlege- und Bestückungsvorgang starten.

Typbedingte Umrüstzeit maximal fünf Minuten

Die Montageanlage arbeitet störungsfrei im Zwei- und teilweise im Drei-Schicht-Betrieb. Als bemerkenswert bezeichnet der Anwender die hohe Prozesssicherheit und die technische Verfügbarkeit von deutlich über 98%. In Verbindung mit dem servicefreundlichen Aufbau und der weitgehenden Verwendung standardisierter Komponenten konnte noch eine weitere Vorgabe eingehalten werden: Die typenbedingte Umrüstzeit beträgt je nach Steckergehäuse maximal fünf Minuten.

Johann Paulus ist Geschäftsführer der JP Industrieanlagen GmbH, Straubing.

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