Hochtemperatursupraleiter München testet weltweit ersten Hochspannungs-Supraleiter

Von Manuel Christa 2 min Lesedauer

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In München hat die Testphase für den weltweit ersten Prototyp eines Hochspannungs-Supraleiters begonnen. Dieser innovative Schritt könnte die Energieversorgung in Metropolen weltweit revolutionieren.

Supraleiter können große Mengen elektrischer Energie nahezu verlustfrei transportieren.(Bild:  Vauel)
Supraleiter können große Mengen elektrischer Energie nahezu verlustfrei transportieren.
(Bild: Vauel)

Der Supraleiter, der im Hauptumspannwerk Menzing installiert wurde, wurde vom Netzbetreiber SWM Infrastruktur in Zusammenarbeit mit mehreren Projektpartnern realisiert und getestet. Das Projekt wird von der Bundesregierung durch den Projektträger Jülich gefördert.

Das Super-Link-Projekt basiert auf der Grundlagenforschung des Physikers Johannes Georg Bednorz, der 1987 für die Entdeckung der Hochtemperatursupraleitung den Nobelpreis erhielt. Das hier verwendete Kabel verfügt über eine Nennleistung von 500 Megawatt, einer Spannungsebene von 110 Kilovolt sowie über einen Durchmesser von nur 15 Zentimetern. Es erfordert eine permanente Kühlung, die mittels Flüssigstickstoff gewährleistet wird.

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Entwickelt wurde es vom auf Supraleiter spezialisierte Unternehmen Theva aus Ismaning zusammen mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT), der FH Südwestfalen und dem Industriegas-Unternehmen Linde aus München, welche als Projektpartner mit den Münchener Stadtwerken zusammenarbeiteten.

Mit Supraleitern können große Mengen elektrischer Energie nahezu verlustfrei transportiert werden, was die CO2-Emissionen erheblich reduziert und die Effizienz der Stromnetze steigert.

Bei erfolgreichem Abschluss der Testphase, die voraussichtlich im zweiten Quartal 2025 endet, soll eine 15 Kilometer lange Verbindung zwischen zwei Umspannwerken in München gebaut werden. Dies könnte München zur ersten Stadt weltweit machen, die einen kommerziellen Hochspannungssupraleiter nutzt.

Essener Supraleiter bereits in Betrieb, jedoch deutlich kleiner

Das Super-Link-Projekt ähnelt dem dem Ampa-City-Projekt in Essen, das ebenfalls auf Supraleitungstechnologie setzt. Während das Super-Link-Projekt eine 15 Kilometer lange Hochspannungsleitung mit 110 Kilovolt und 500 Megawatt Leistung testet, die bei Erfolg weltweit die erste kommerzielle Anwendung dieser Art sein könnte, hat das Ampa-City-Projekt bereits erfolgreich ein 1 Kilometer langes Mittelspannungskabel mit 10 Kilovolt und 40 Megawatt Leistung in Essen implementiert. Beide Projekte nutzen flüssigen Stickstoff zur Kühlung und zielen darauf ab, die Effizienz und Nachhaltigkeit der Stromnetze zu verbessern.

Weltweit relevante Pionierarbeit in München

Das Projekt hat weltweit Aufmerksamkeit erregt und könnte als Modell für ähnliche Projekte in anderen Metropolen dienen. Die kompakte Bauweise des supraleitenden Kabelsystems reduziert die Baukosten und minimiert die Notwendigkeit umfangreicher Erdarbeiten. Langfristig könnten durch die erhöhte Effizienz erhebliche Einsparungen erzielt werden.

An der Supraleitungstechnologie wird weltweit geforscht, da sie nicht nur für die Energiewende in Deutschland, sondern auch für die Energieversorgung von Ballungsräumen in Industrieländern von großer Bedeutung ist. Supraleiter könnten künftig weniger Leitungsstraßen erfordern und die CO2-Emissionen weiter reduzieren. „Diese Innovation wird weit über Münchens Stadtgrenzen hinaus dazu beitragen, Stromnetze noch effizienter, stabiler und klimaschonender zu machen“, sagt Helge-Uve Braun, Technischer Geschäftsführer der SWM.

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