Kompass für Entwickler Projektergebnis hilft der nachhaltigeren Produktentwicklung

Quelle: Universität Paderborn 2 min Lesedauer

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Steigender Druck aus Regulierungen, Kundenerwartungen und Umweltauflagen stellen Unternehmen vor die Herausforderung, ihre Wertschöpfung nachhaltiger zu gestalten. Forscher aus Paderborn helfen dabei ...

Nadel auf E, wie Entwicklung! Wissenschaftler der Universität Paderborn haben zusammen mit Experten zweier Fraunhofer-Institute einen Leitfaden respektive Methoden erarbeitet, die Produktentwicklern den Weg in die Kreislaufwirtschaft weisen kann. Hier mehr dazu ...(Bild:  Klossow)
Nadel auf E, wie Entwicklung! Wissenschaftler der Universität Paderborn haben zusammen mit Experten zweier Fraunhofer-Institute einen Leitfaden respektive Methoden erarbeitet, die Produktentwicklern den Weg in die Kreislaufwirtschaft weisen kann. Hier mehr dazu ...
(Bild: Klossow)

Ein Ansatz, um die oben genannten Forderungen unter einen Hut zu bekommen, ist die Kreislaufwirtschaft, sagen Forscher der Universität Paderborn. Denn sie ermögliche es, Produkte so zu entwickeln, dass die eingesetzten Ressourcen reduziert, ihre Nutzung intensiviert und ihre Wiederverwertung sichergestellt werden könne. Im Rahmen des Forschungsprojekts „ZirkuPro“ (Zirkuläre Produktentstehung) hat man mit dem Fraunhofer-IEM (Paderborn) und dem Fraunhofer-IZM (Berlin) nun eine praxisnahe Hilfe entwickelt, wie betont wird. Dabei handelt es sich um ein strukturiertes Vorgehensmodell – also um eine methodische Anleitung, die beschreibt, wie bestimmte Ziele erreicht werden können. Es lege dafür typische Entwicklungsphasen fest und diene dazu, Abläufe effizienter, transparenter und kontrollierbarer zu gestalten. Dazu kommt ein Methodenkoffer, der hilft, kreislauftaugliche Produkte effizienter zu konzipieren und auch Wirklichkeit werden zu lassen, heißt es weiter. Ein wesentlicher Schwerpunkt lag dabei auf der Elektronik als Kernbestandteil „intelligenter“ technischer Systeme. Besonderes Augenmerk richtete man in diesem Zusammenhang auch auf kritische Materialkombinationen (etwa seltene Erden) sowie auf häufig unterschätzte CO2-Emissionen.

Sind sie für zirkuläre Geschäftsmodelle auch bereit?

Die sogenannte zirkuläre Produktentstehung bezeichnet dabei einen nachhaltigen Entwicklungsansatz, bei dem Produkte so gestaltet werden, dass mit ihnen die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft effizient berücksichtigt werden können. Das Ziel ist es, Ressourcen zu schonen und dabei Abfall zu minimieren. Das klappe eben, indem Materialien und Energie in geschlossenen Kreisläufen gehalten würden. Der neue Leitfaden beginne bei der Initiierung über die Potenzialfindung und erstrecke sich über die Konzipierung und Evaluierung, bis hin zur Implementierung. Der Methodenkoffer ist dafür ein zentrales Hilfsmittel. Insgesamt sind 21 Methoden entstanden, die sowohl in der Praxis bewährte Ansätze als auch neu entwickelte Herangehensweisen definieren, wie es heißt. Diese Methoden unterstützten Unternehmen bei der Entwicklung nachhaltiger Produkte, sowie beim Aufbau dazugehöriger Geschäftsmodelle nebst Wertschöpfung. Dabei hilft der sogenannte Circular Readiness Check. Mit diesem wird überprüfbar, wie weit Organisationen vorbereitet für zirkuläre Geschäftsmodelle bereit sind. Daraus folgt die Stoßrichtung, welche Kreislaufprinzipien sich für ein angedachtes Produkt eignen.

Erste Pilotanwender bestätigen die positive Auswirkung

Die Systematik wurde im Projektkonsortium, das mehrere Industriepartner umfasst, erfolgreich getestet, wie die Paderborner Experten betonen. Unternehmen konnten dabei gezielt Methoden aus dem Koffer auswählen und in ihren Produktentstehungsprozess einbinden. Ein besonderes Erfolgsbeispiel ist der Entwicklungs- und Fertigungsdienstleister CP Contech Electronic, wie man erfährt. Das Unternehmen habe nämlich gleich mehrere Methoden aus dem Koffer umgesetzt und dabei wertvolle Impulse zur Steigerung der Zirkularität im Produktentstehungsprozess gewonnen. So werde es künftig möglich sein, mit Kunden zirkuläre Produkte zu entwickeln, um von Anfang an aktiv einen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft zu leisten. Beim Abschlusstreffen herrschte unter den Pilotpartnern die entsprechende Einigkeit zum Nutzen der Ergebnisse aus „ZirkuPro“. Bei Interesse können sich Unternehmen übrigens direkt an die Expertin Julia Marie Vehmeyer vom Heinz-Nixdorf-Institut der Universität Paderborn wenden.

Das Projekt wurde im Rahmen des Technologie-Netzwerks „it’s OWL“ drei Jahre lang mit rund drei Millionen Euro vom Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (MWIDE NRW), heute das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes NRW (MWIKE), gefördert und jüngst erfolgreich abgeschlossen.

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