Bio im Verbund

Naturfaserverstärkte Werkstoffe ante portas

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Schreibstiftexperte präsentiert Biokunststoffkompetenz

In Düsseldorf werden sich auch die Topunternehmen die Ehre geben: So gehören zu den Bioverbundwerkstoff-Ausstellern bislang die belgischen Unternehmen Amacell Benelux, Basaltex NV oder Beologic. Fkur, Kunststoff GmbH aus Willich bietet eine breite Palette an Biokunststoffen und faserverstärkten Granulaten sowie das passende Know-how über die Compoundierung. Auch das belgische Unternehmen Trans-Furans Chemicals, das biobasierte Duroplaste entwickelt, sowie die European Industrial Hemp Association aus Hürth, der Dresdener Forum Technologie und Wirtschaft e.V. oder die Weberei Güth & Wolf aus Gütersloh stellen ihre Ideen aus diesem Bereich vor.

Hinzu kommen Isowood aus Rudolstadt und Jakob Winter aus Nauheim. Gezeigt werden vor allem Werkstoffe auf Basis von Holz- und Naturfasern, wie etwa Flachs oder Hanf. Das Unternehmen Biowert aus Brensbach zeigt Werkstoffe mit Wiesengras und eine der ältesten Firmen Deutschlands – Staedtler aus Nürnberg – präsentiert das mehrmals preisgekrönte Material Wopex. Vorgestellt werden Naturfaser-Nadelvliese für Formpressteile sowie verschiedene Produkte aus Naturfaser-Formpressteilen, wie etwa Spezialkoffer, technische Schäume und Dämmstoffe.

Zu einer differenzierten Betrachtung rät der Leiter des IfBB – Institut für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe der Hochschule Hannover, Professor Hans Josef Endres: „Biokunststoffe sind alternativlos, wenn es ähnlich wie bei den erneuerbaren Energien um die Substitution von Kohlenstoffquellen geht.“ Endres weiter: „Jedoch ist auch hier die Nachhaltigkeitsdiskussion präzise und faktenbasiert zu führen. Die Branche sollte gemeinsame Standards sowie nachvollziehbare Aussagen und Werte für Nachhaltigkeitsindikatoren zu Biowerkstoffen entwickeln.“

Biokunststoffe sollen sich im Rennsport beweisen

Das IfBB werde deshalb ein Pilotvorhaben – eine sogenannte Multi-Client-Studie – mit interessierten großen „Playern“ im Bereich der Biokunststoffherstellung und aus der Industrie starten. „Dabei wollen wir exemplarisch belastbare Daten für vier bis fünf Werkstoffe oder Produkte entwickeln. Denn bei dieser emotionalen Diskussion überzeugen nur verlässliche und glaubhafte Daten“, erklärt Endres. Ein anderes Projekt soll die Leistungsfähigkeit von Bioverbundwerkstoffen beweisen: das Bioconcept-Car. In einem VW Scirocco werden Bauteile aus Bioverbundwerkstoffen, wie etwa Türen, Motorhaube und Heckspoiler aus flachsfaserverstärkten Harzen sowie Tankklappen und Spiegelgehäuse aus talkumgefüllten, biobasierten Polyamiden, unter den harten Anforderungen des Rennalltags erprobt.

* Dr. Thomas Isenburg ist freier Wissenschaftsjournalist in Bochum

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