Thyssen Krupp Neue Lösungen für den Automobilbau
Duisburg (ug) – Mit einer Fülle neuer Ideen will Deutschlands größter Stahlhersteller auf der IAA, die am 13. September in Frankfurt ihre Tore öffnet, von den Vorteilen dieses Werkstoffs
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Duisburg (ug) – Mit einer Fülle neuer Ideen will Deutschlands größter Stahlhersteller auf der IAA, die am 13. September in Frankfurt ihre Tore öffnet, von den Vorteilen dieses Werkstoffs überzeugen. Auf einer Pressekonferenz präsentierte die seit Oktober 2006 unter der Bezeichnung Metal Forming von Thyssen Krupp Steel geführte Umformtechnik-Gruppe Lösungen für Karosserie und Fahrwerk.
Nach der Integration der Umformtechnik-Gruppe aus dem ehemaligen Segment Automotive des Stahlkonzerns sei Thyssen Krupp Steel der einzige Stahlhersteller, dessen Fähigkeiten vom Werkstoff über Engineering-Leistungen und Anwendungstechnik bis hin zur Fertigung von Komponenten und Zusammenbauten reichen, betonte Vorstand Dr. Ulrich Jaroni.
Metal Forming fertigt Pressteile und Zusammenbauten für Karosserie und Fahrwerk für alle großen Automobilhersteller und erzielte im Geschäftsjahr 2005/2006 mit etwa 8 000 Beschäftigten einen Umsatz von 1,4 Mrd. Euro. Der Schwerpunkt der Aktivitäten liegt in Europa mit Standorten in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Polen, Spanien und der Türkei. Dazu kommen Werke in Brasilien, China und Indien als erste Schritte für eine Übersee-Präsenz.
Die Ergebnissituation bezeichnete Jaroni allerdings als „nicht zufriedenstellend“. Deshalb wurde ein Restrukturierungsprogramm aufgelegt, zu dessen Kosten Jaroni keine genauen Angaben machte. Es handele sich aber „um eine durchaus signifikante Zahl im unteren zweistelligen Millionenbereich“. Einen „extremen Handlungsbedarf“ sieht Jaroni in Frankreich: Hier sei die Schließung oder Veräußerung von Werken möglich. In Deutschland sind dagegen eher organisatorische Anpassungen in Vertrieb und Engineering vorgesehen. Jaroni optimistisch: „Im kommenden Geschäftsjahr werden wir den Turnaround schaffen“.
Zu den Highlights auf dem IAA-Messestand gehört ein Prototyp für eine Kfz-Heckklappe mit integriertem, von außen nicht sichtbarem Fahrradträger. Die Multipurpose Tailgate genannte Heckklappe kombiniert gewichtssparend so genannte Bake-Hardening-Stähle im Außenhautbereich mit modernen Mehrphasenstählen für hochbelastete Verstärkungsbauteile. Um 20% leichter als die Referenz-Cockpitlösung aus der Serie und dazu kostengünstiger ist eine neu entwickelte Cockpit-Struktur.
Ferner wurde eine Lösung für crashrelevante Bauteile entwickelt, die im Warmumform-Verfahren gefertigt werden. Mit einem aus unterschiedlichen Stahlgüten zusammengesetzten Tailored Blank lassen sich Teile herstellen, die außer einer hohen Festigkeit in definierten Bereichen auch die notwendigen Dehnungseigenschaften besitzen, um Aufprallenergie kontrolliert abzubauen. Das weltweit erste für die Warmumformung geeignete Tailored Blank in einer Serienanwendung wird von Audi im A 5 und im neuen A 4 eingesetzt, der auf der IAA Premiere feiern wird. Lothar Handge
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