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Durch die Arbeit in unmittelbarer Nähe eines sich bewegenden Roboters kann es unter Umständen zu einer besonderen Stressbelastung der Bediener kommen. Aus Sicht des Bedieners sind kollaborierende Anlagen oft nicht mit klassischen Anlagen vergleichbar, gerade wenn keine strikte räumliche Trennung von Mensch und Roboter mehr vorliegt. Die Gestaltung der Roboteranlage und der Ablauf der Arbeitstätigkeiten müssen daher besonders kritisch hinterfragt werden.
Direkten Kontakt mit Werkzeugen bei Gefährdungsbeurteilung einbeziehen
Zusätzlich können sich Möglichkeiten des direkten Kontakts mit dem Werkstück, Roboterwerkzeugen, Vorrichtungen und anderen Peripherieeinrichtungen ergeben. Daher müssen diese besonders sorgfältig in die Gefährdungsbeurteilung mit einbezogen werden. Dies hat sowohl im Hinblick auf sich direkt aus der Berührung dieser Einrichtungen ergebenden Gefährdungen zu erfolgen als auch hinsichtlich indirekter Gefährdungen, beispielsweise das Stolpern über Vorrichtungen, die zu einer unbeabsichtigten Veränderung des Arbeitsablaufs führen können.
Die Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung für kollaborierende Robotersysteme bedarf daher eines soliden Verständnisses der bei der direkten Zusammenarbeit mit dem Roboter auftretenden Gefährdungen und Kontaktsituationen. Die zur Umsetzung von MRK-Anlagen zu lösenden Fragestellungen mögen aus Sicht klassischer Roboteranlagen zunächst aufwendig erscheinen. Vieles dabei wird auch schon bei heutigen Anlagen zur Risikoanalyse herangezogen, muss dort jedoch zusätzlich unter dem Aspekt der Kollaboration bewertet werden.
Mensch-Roboter-Kollaboration kombiniert die Stärken beider
Der Einsatz von MRK-Systemen soll nicht allein den Kostenfaktor Schutzeinrichtung minimieren, sondern das Ziel ist die direkte Kombination der Stärken des Menschen und des Industrieroboters zur Erschließung neuer Einsatzbereiche unter Steigerung von Flexibilität, Qualität und Wirtschaftlichkeit in der Produktion. Dies kann jedoch nur durch die Gewährleistung des Bedienerschutzes zu jedem Zeitpunkt des Betriebs realisiert werden.
Literatur
[1] Huelke, M., M. Umbreit und H. J. Ottersbach: Sichere Zusammenarbeit von Mensch und Industrieroboter. MM Maschinenmarkt 33/2010, S. 32-34 Zur Online-Version des Artikels.
* Dipl.-Ing. Thomas Dietz und Dipl.-Math. techn. Susanne Oberer-Treitz sind wissenschaftliche Mitarbeiter in der Abteilung Robotersysteme am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) in 70569 Stuttgart
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