Neue Prelube-Generation erhöht Produktivität

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Doppelte Werkzeugstandzeit und doppelte Produktivität mit neuem Prelube

Die Parameter für das höchste Belastungsniveau wählte das Forscherteam am PTU so aus, dass die Versuchsdurchführung ohne vorzeitiges Abreißen des Bleches gerade noch so möglich war. Dabei wurde die Geometrie konstant gehalten und die Kontaktspannung variiert. Für einen weiteren Versuch setzte man die Parameter so an, dass sie 10 % unter dem maximalen Belastungsniveau lagen. Damit auch die Standzeiten parallel mit ausgewertet werden können, definierten die Tester noch ein Werkzeugversagen. Dieses tritt per Definition genau dann auf, wenn das Blech bei konstanten Versuchsbedingungen abreißt beziehungsweise die Blechrauheit größer als 10 µm ist. In der Tabelle ist eine kurze Versuchsplanung mit den verschiedenen Parametern ersichtlich.

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In den Versuchen konnte der direkte Zusammenhang zwischen Belastung eines Presswerkzeugs, dessen Verschleiß und Standzeit nachgewiesen werden. Anhand der Versuche mit Multidraw PL 61 zeigte sich, dass die Festigkeit des Werkstoffes die Schädigung und die Verschleißentwicklung in einem tribologischen System maßgeblich beeinflusst, das heißt eine hohe Belastung führt notwendigerweise zu einem hohen Verschleiß und damit zu geringeren Standzeiten der Werkzeuge. Hier konnten die Forscher am PTU durch die Versuche mit Multidraw PL 61 SE eine deutliche Verbesserung zu Multidraw PL 61 nachweisen. Durch die Verwendung von Multidraw PL 61 SE ergibt sich eine deutliche Reduzierung der Zugkräfte. Im Vergleich zum bisherigen Prelube ließ sich die Zugkraft bei maximaler Belastung um knapp 11 % (Zugkraft mit PL 61: 22,5 kN, Zugkraft mit PL 61 SE: 20,1 kN) senken, während sie bei der um 10 % erniedrigten Last um 7 % reduziert werden konnte (Zugkraft mit PL 61: 20,3 kN, Zugkraft mit PL 61 SE: 18,8 kN). Die Folge: Auch die Standzeiten der Werkzeuge waren mit dem neuen Schmierstoff deutlich höher.

Neuartiges Prelube bewährt sich vor allem bei Maximalbelastung

Bei höchster Belastung zeigten sich schließlich deutliche Unterschiede bei den Standzeiten bis zum Eintreten des Versagens: Multidraw PL 61 hielt im Mittel 59 Hüben stand, Multidraw PL 61 SE bei der gleichen Last 147 Hüben – das entspricht einer Produktivitätssteigerung auf das 2,5-Fache. Bei reduzierter Last ergab sich eine Steigerung der Standzeit auf das 2,1-Fache. Hierbei schaffte die Referenz PL 61 905 Hübe, während das neue Prelube 1863 Hübe erzielte. Insbesondere die absolute Zunahme der Werkzeugstandzeit ist somit als ein wirtschaftlicher Faktor für die Produktivitätssteigerung im Presswerk zu sehen. Gerade dann, wenn man an extreme Belastungen herankommt, erhöht, wie sich im Versuch zeigt, ein Schmierstoff mit einer besseren Additivierung die Belastbarkeitsgrenze, was bei der Umformung komplexerer Bauteile messbare Verbesserungen bringt.

Die Versuche am PTU bestätigen, dass der Schmierstoff einen erheblichen Einfluss auf die Verbesserung der tribologischen Situation hat. Multidraw PL 61 SE kann die notwendigen Kräfte für die Umformung reduzieren sowie die Standzeiten der Werkzeuge erhöhen. Inzwischen konnten auch Praxistests bei verschiedenen OEMs absolviert werden.

* Katrin Hommel ist Produktmanagerin bei der Zeller+Gmelin GmbH & Co. KG in 73054 Eislingen/Fils; Dr. Bernd Aha ist Gruppenleiter F+E Schmierstoffe und Dr. Rolf Zimmermann Leiter F+E Schmierstoffe in dem Unternehmen.

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