Evonik auf der JEC world Neues UD-Tape bringt konstruktiven Schwung in den Leichtbau

Redakteur: Peter Königsreuther

Konservative Konstrukteure und das Denken in neuen Materialien sind oft nicht so schnell kompatibel. Damit im Leichtbausektor das Eis eher bricht, hat Evonik ein neuartiges UD-Tape namens Vestape entwickelt, welches die Bauteilauslegung einfacher macht. Halle 5A am Stand J40 in Paris.

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Evonik stellt auf der JEC world 2017, wie es heißt, eine neuartige Produktgruppe vor: UD-Tapes mit Namen Vestape. Sie soll die Bauteilauslegung bei Leichtbaukonstruktionen einfacher machen.
Evonik stellt auf der JEC world 2017, wie es heißt, eine neuartige Produktgruppe vor: UD-Tapes mit Namen Vestape. Sie soll die Bauteilauslegung bei Leichtbaukonstruktionen einfacher machen.
(Bild: Evonik)

Endlosfaserverstärkte Kunststoffe bieten eine vielversprechende, innovative Lösung für den Leichtbau, sagt Evonik. Deshalb habe man endlosfaserverstärkte Bänder, sogenannte UD-Tapes, mit thermoplastischen Matrices zur Marktreife entwickelt und biete sie ab sofort unter dem Namen Vestape an.

Flexibel bei Matrix- und Fasertype

Seit einigen Jahren werden thermoplastische Matrices von Evonik bereits von Tape-Herstellern eingesetzt. Nun stellt das Unternehmen selbst sowohl Glas- als auch Carbonfasertapes mit Polyamid 12 sowie speziellen Hochtemperaturpolyamiden her. Auf Anfrage könnten auch Tapes mit anderen thermoplastischen Matrices, beispielsweise Polyamid 6 oder PEEK (Vestakeep), gefertigt werden. Die Tapes werden in den Breiten 80 und 150 mm auf Rollen geliefert.

Stärker als Metall

In einem UD-Tape vereinen Glas- oder Carbonfasern, die in eine thermoplastische Matrix eingebettet sind, ihre Eigenschaften optimal, heißt es, so dass neuartige Konstruktionswerkstoffe neue Bauteilauslegungswege eröffnen. Mehrere Lagen UD-Tape in einem Laminat bilden dabei so genannte Organosheets, welche die mechanischen Eigenschaften gleich dicker Metallbleche deutlich übertreffen, wie Evonik betont.

Keine Angst vor Temperatur

Solche Organosheets können vakuumverformt (Thermoforming) werden und so relativ leicht in die gewünschte Bauteilgeometrie gebracht werden, wie Evonik erklärt. Zusätzlich bieten sie die Möglichkeit, weitere Funktionen oder Komponenten zu integrieren, indem die Bauteile in einem Spritzgießwerkzeug mit einem Kunststoff überspritzt werden. Mit einer Matrix aus speziell entwickelten Hochleistungspolymeren mit hoher Glasübergangstemperatur und damit verbundener guter Wärmebeständigkeit, die optimal auf hochfeste Endlosfasern abgestimmt sind, könnten Bauteile auch in temperaturbelasteten Bauräumen eingesetzt werden. MM

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