Leoni Neues Werk für Strahlenvernetzung geht in Betrieb

Redakteur: Jürgen Schreier

Die Leoni-Gruppe, Nürnberg, nimmt ihr neues Werk in Bautzen in Betrieb. Dort veredeln künftig rund 30 Mitarbeiter unterschiedliche Materialien wie Kabel, Schläuche und Trinkwasserrohre durch die Behandlung mit Elektronen.

Anbieter zum Thema

Mit der neuen Produktionsstätte in Bautzen, die eine Fläche von rund 7500 m² hat, erweitert die Leoni-Gruppe ihre Kapazitäten zur so genannten Strahlenvernetzung. Seit Ende Februar ist die erste der beiden jeweils über 5 m hohen und 80 t schweren Anlagen zur Elektronenbeschleunigung in Betrieb, die zweite wird im Sommer 2009 einsatzbereit sein. Aufträge aus Osteuropa und den neuen Bundesländern sind bereits gesichert, die am bestehenden Standort im schweizerischen Däniken wegen voll ausgelasteter Anlagen nicht mehr erledigt werden können.

Bessere Materialeigenschaften durch Veränderung der Struktur

Bei der Strahlenvernetzung beschleunigen die Leoni-Mitarbeiter Elektronen mittels einer Hochspannung von bis zu 3 Mio. Volt im Hochvakuum annährend auf Lichtgeschwindigkeit. Damit behandeln sie Gegenstände wie Kunststoffrohre, Folien, Kabel, Leitungen sowie technische Produkte aller Art. Dabei erhalten diese durch die Vernetzung der Polymermoleküle, also der chemischen Struktur, die Eigenschaften von vergleichsweise teureren, meist schwieriger zu verarbeitenden Hochleistungskunststoffen. Das Verfahren macht sie zum Beispiel formstabiler unter Wärmeeinfluss, beständiger gegen Chemikalien, Lösungsmittel oder Temperaturen sowie härter und abriebfester.

(ID:292770)