So macht man`s richtig! Mit drei Möglichkeiten sparen Unternehmen Stromkosten

Quelle: Fraunhofer-IPA 3 min Lesedauer

Die Neuregelung der Strompreiskompensation und der geplante Industriestrompreis bringen massive Entlastungen für Unternehmen. Doch es braucht den Nachweis zur Dekarbonisierung. Forscher helfen ...

So hoch wie diese Strommasten wirken, sind die Stromkosten wirklich. Wer als Fertigungsunternehmer heutzutage weiterhin profitabel agieren will, sollte sich diese Ausführungen vom Fraunhofer-IPA nicht entgehen lassen ...(Bild:  Networker)
So hoch wie diese Strommasten wirken, sind die Stromkosten wirklich. Wer als Fertigungsunternehmer heutzutage weiterhin profitabel agieren will, sollte sich diese Ausführungen vom Fraunhofer-IPA nicht entgehen lassen ...
(Bild: Networker)

Für Fertigungsunternehmen ist das Energiesystem keine Nebensache mehr, machen Forscher vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) aus Stuttgart klar. Diese seien nämlich eher ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Der Preis für Emissionsberechtigungen der EU lag 2025 bei rund 69 Euro pro Tonne. Für energieintensive Betriebe summieren sich die indirekten CO2-Kosten damit aber durchaus flott in die Millionen, heißt es weiter. Die Strompreiskompensation fängt bis zu 75 Prozent dieser Kosten auf. Und der diskutierte Industriestrompreis verspricht einen Deckel von fünf Cent pro Kilowattstunde für die Hälfte des Strombedarfs. Klingt gut, doch die Hürden sind parallel gestiegen. Wer die Gelder heute abrufen will, muss deshalb eine ökologische Gegenleistung erbringen. Nachgewiesen werden muss, dass für jeden Euro Förderung 50 bis 80 Cent nachweislich in Effizienzmaßnahmen fließen. Viele Geschäftsführer stellten sich deshalb die Frage, wie man diese Summe so investieren kann, dass sie nicht als verlorener Aufwand in der Bilanz steht, sondern sogar Rendite abwirft. Doch man könne aufatmen, denn die Energiesystemplanung des IPA gebe genau die richtige Antwort. Die Forscher versprechen, dass sie dabei die regulatorische Pflicht in einen profitablen Business Case umzuwandeln verstehen.

So erhebelt man sich deutliche Strompreissenkungen

Die Planung zielt demnach darauf ab, alle regulatorischen und technischen Einsparpotenziale auszuschöpfen. Außer der reinen Energieeinsparung werden am IPA dafür drei wesentliche Hebel bewegt:

  • 1. Peak Shaving (Lastspitzenkappung): Energiespeicher gleichen dabei teure Lastspitzen aus, was den Leistungspreis der Netzentgelte massiv reduziert;
  • 2. Atypische Netznutzung: Durch „intelligente“ Steuerung werden Verbräuche in Zeiten verlagert, in denen das Netz wenig belastet ist. So werden die Netzentgelte reduziert;
  • 3. Optimierung des Eigenstroms: Das System wird dabei so konfiguriert, dass der selbst erzeugte Strom aus Photovoltaikanlagen maximal genutzt wird, anstatt ihn günstig einzuspeisen und noch teuren Netzstrom zuzukaufen.

Ein erstes Beispiel für die Praxistauglichkeit ...

Wie diese Planung in der Praxis funktioniert, zeigt ein Leuchtturmprojekt mit dem Unternehmen Schaltbau, wie man erfährt. Genauer gesagt, im Rahmen des Neubaus der „NExT Factory“ in Velden bei Landshut, den das IPA in Sachen Planung als Systemintegrator begleitet hat. Das Ziel hieß CO2-freie Produktion! Diese sollte auch als Showcase für ein DC-Smartgrid (Gleichstromfabrik) dienen. Durch die Simulation verschiedener Szenarien konnten Photovoltaikanlagen, Energiespeicher und thermische Systeme optimal aufeinander abgestimmt werden, wie es heißt. Durch die Unterstützung des IPA konnten Wirtschaftlichkeit und Effizienz des vorab entwickelten Energiekonzeptes weiter optimiert werden. Die Simulation unterschiedlicher Szenarien ermöglichte dabei eine passgenaue Dimensionierung der beteiligten Systeme für den Fabrikanlauf.

Und hier noch eine zweite Erfolgsstory ...

Und auch auch bei Nokera, einem Hersteller im Bereich des seriellen Holzbaus, lieferten die Stuttgarter Forscher sozusagen die Blaupause für das Energiesystem einer neuen Großfabrik. Dabei lag der Fokus auf Autarkie, welche durch die thermische Verwertung von Produktionsreststoffen erreicht werden sollte. Das Ergebnis ist demnach ein robuster Business Case, der die Energiekosten von heute üblichen volatilen Marktschwankungen entkoppeln kann. Angesichts dieser Erfolge raten die IPA-Forscher dazu, die Weichen lieber jetzt zu stellen. Das Institut rät Unternehmen auch dazu, die aktuellen Antragsfristen für Entlastungspakete im Blick zu behalten. Und ein valides Transformationskonzept ist demnach oft die Eintrittskarte für staatliche Förderungen. Mit der richtigen Planung werde dann aus dieser Pflichtübung schlussendlich ein profitables Investitionsprojekt.

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