Vor dem „Absturz“? Nicht nur die Rüstung! Boeing erleidet weitere Milliardenverluste

Quelle: dpa

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Boeing kommt nicht aus der Krise. Der US-Luftfahrtriese ächzt unter hohen Kosten und im letzten Vierteljahr rutschte die Bilanz tief ins Minus. Das hat auch der Ex-US-Präsident Trump mitverursacht.

Dauerverluste! Der Absturz einer Boeing 737 Max in Asien 2019 wird hier untersucht. Die technischen Probleme und schlechte Geschäft mit der Rüstungsbranche lassen den Flugzeugbauer nicht mehr aus der Krise kommen. Wieder muss man Milliarden abschreiben.(Bild:  Boeing)
Dauerverluste! Der Absturz einer Boeing 737 Max in Asien 2019 wird hier untersucht. Die technischen Probleme und schlechte Geschäft mit der Rüstungsbranche lassen den Flugzeugbauer nicht mehr aus der Krise kommen. Wieder muss man Milliarden abschreiben.
(Bild: Boeing)

Boeing belastete besonders die Rüstungssparte, was nicht zuletzt durch einen missglückten Deal mit Ex-US-Präsident Donald hervorgerufen wurde. Die Probleme haben den US-Flugzeugbauer Boeing nun im dritten Quartal erneut tief in die roten Zahlen trudeln lassen. Vor allem gestiegene Kosten und technische Probleme beim Tankflugzeug für die US-Luftwaffe, der Präsidentenmaschine Air Force One, einer Tarnkappendrohne und einem Schulflugzeug kosteten rund 3,3 Milliarden US-Dollar, wie Boeing gestern mitteilte. Ein Jahr zuvor noch zählte das Minus „lediglich“ 132 Millionen US-Dollar, wie es weiter heißt. Insgesamt verfehlte Boeing mit seinen Quartalszahlen klar die durchschnittlichen Erwartungen von Branchenexperten. Die Aktie geriet vorbörslich leicht ins Minus. Mit einem Großauftrag der Fluggesellschaft Alaska Air für 52 Boeing 737 Max gab es gestern aber immerhin auch ein kleines Licht am dunklen Horizont. Der europäische Konkurrent Airbus hatte dem einstigen Weltmarktführer aber bereits 2019 die Poleposition als weltgrößter Flugzeugbauer genommen.

Festpreise und technische Probleme schwächen Boeing

Aber nicht nur die Rüstungssparte drückt Boeing allmählich an die Wand, denn auch das Geschäft mit Passagier- und Frachtflugzeugen für die kommerzielle Luftfahrt blieb im dritten Quartal in der Verlustzone. Und das, obwohl der Umsatz hier aufgrund deutlich gestiegener Auslieferungszahlen im Jahresvergleich um 40 Prozent wuchs, wie man erfährt. Konzernweit legten die Erlöse aber nur um vier Prozent zu, was absolut gesehen knapp 16 Milliarden US-Dollar ausmacht. Der Grund war sowohl die Rüstungs- als auch die Raumfahrtsparte, deren Erlöse um ein Fünftel auf 5,3 Milliarden Dollar einknickten.

Zum Hintergrund der Probleme zählt, wie bereits angedeutet, auch ein Auftrag, den Boeing 2018 unter Ex-Chef Dennis Muilenburg mit dem früheren US-Präsidenten Donald Trump für den Bau der neuen Air Force One vereinbarte. Muilenburg hatte nach Attacken Trumps einen guten Preis versprochen, doch die Kosten liefen aus dem Ruder. Im April räumte Calhoun ein, dass der Deal zu milliardenschweren Belastungen führte und Boeing ihn lieber hätte lassen sollen. Auch die Verluste im jüngsten Quartal seien nicht zuletzt den vereinbarten Festpreisen im Rüstungsgeschäft geschuldet, sagte der Boeing-Chef jetzt.

Umschwünge brauchen Zeit, beschwichtigte Boeing-Chef Dave Calhoun mit Blick auf die Dauerkrise. Er vertraue auf sein Team und die Maßnahmen, die für die Zukunft ergriffen werden. Dennoch: Boeing kämpft seit zwei Abstürzen von Maschinen seiner wichtigen Modellreihe 737 Max aufgrund technischer Fehler, bei denen 2018 und 2019 insgesamt 346 Menschen starben, mit immer neuen Problemen.

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