Null Bewegung Metall und Elektroindustrie kommen im Norden Deutschlands nicht vorwärts

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Wie die dpa erfahren hat, tritt sowohl die norddeutsche Metallbranche als auch die dortige Elektroindustrie auf der Stelle. Über die Hälfte der Protagonisten spreche von Stagnation.

Norddeutschland ist nicht nur geprägt von Backsteinhäusern, die mit Reet gedeckt sind, Küsten, Strandkörben, Leuchttürmen, Störchen und Krabbenpulen. Es gibt auch eine schlagkräftige Metall- und Elektroindustrie. Doch beide Sektoren klagen über konjunkturelle Windstille ...(Bild:  Reiseonkle)
Norddeutschland ist nicht nur geprägt von Backsteinhäusern, die mit Reet gedeckt sind, Küsten, Strandkörben, Leuchttürmen, Störchen und Krabbenpulen. Es gibt auch eine schlagkräftige Metall- und Elektroindustrie. Doch beide Sektoren klagen über konjunkturelle Windstille ...
(Bild: Reiseonkle)

Die norddeutsche Metall- und Elektroindustrie dümpeln in einer Flaute, heißt es. So erwarten 57 Prozent in den kommenden sechs Monaten Stagnation. Das kam bei einer Frühjahrs-Konjunkturumfrage 2025 der norddeutschen Arbeitgeberverbände heraus. An der Umfrage von Nordmetall, AGV Nord und den Arbeitgeberverbänden in Bremen, Emden, Oldenburg und Wilhelmshaven beteiligten sich den Angaben zufolge 206 Mitgliedsbetriebe mit rund 101.000 Beschäftigten. Rund 20 Prozent rechnen demnach zwar mit einer Verbesserung, aber genauso viele Unternehmen glauben, dass es schlechter wird. Am pessimistischsten sind mit Blick aufs kommende halbe Jahr übrigens die Bremer Betriebe (44 Prozent fürchten sich). Die mit der besten Laune finden sich in Hamburg (rund 26 Prozent glauben an Verbesserung). Lediglich im Luft- und Raumfahrtsektor werden die Auftragsbestände im Norden mit 91 Prozent als hoch oder ausreichend eingeordnet. In allen anderen Branchen beklagt man sich zu 31 Prozent (Elektrotechnik) und zu 50 Prozent (Straßenfahrzeugbau) über zu wenige Aufträge. Am untersten Ende der Skala rangieren die Metallerzeuger und Gießereien, die zu 58 Prozent die Lage als unbefriedigend oder gar schlecht bezeichnen.

Norddeutschlands Betriebe finden Bundesrepublik wieder attraktiver

Ein kleiner Lichtblick sei, dass seit Jahren rund zwei Drittel der norddeutschen Industrieunternehmen, den Wirtschaftsstandort Deutschland zwar als eher unattraktiv eingestuft haben, es aber jetzt nur noch 49 Prozent sind. Dennoch plane nach wie vor jeder fünfte Betrieb Produktionsverlagerungen ins Ausland. Als besondere Belastungen betrachten den Angaben zufolge konstant 84 Prozent die Arbeitskosten, die Bürokratie (67 Prozent), die internationale Politik (64 Prozent) und die Energiekosten (55 Prozent). Und trotz des zu erwartenden 500-Milliarden-Sondervermögens für Infrastruktur und Klimaneutralität sehen rund 48 Prozent der Unternehmen davon keine Vorteile für sich. Und 44 Prozent gehen sogar von weniger Aufträgen aus. Lediglich acht Prozent rechneten mit deutlich mehr Bestellungen. Das Plus bei den Verteidigungsausgaben wiederum nütze 59 Prozent der Betreffenden Unternehmen in Norddeutschland nichts. Und in Mecklenburg-Vorpommern sind es sogar 68 Prozent. Im nordwestlichen Niedersachsen denken das etwa 62 Prozent. Die Unternehmen befänden sich also weiter in Wartestellung. Sie hoffen also darauf, dass die neue Bundesregierung die wichtigsten Probleme ausmerzt oder wenigstens abmildert.

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